Passion Pit - Gossamer - Cover
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Passion Pit Gossamer


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Passend zum Sommer veröffentlicht die Gruppe rund um Michael Angelakos fröhliche, tanzbare Beats mit streckenweise unerwartetem textlichen Tiefgang.

Wochenlang wurde der Sommer in Deutschland erwartet. Ebenso sehnsüchtig fieberten Fans dem Nachfolger des gefeierten Albums „Manners“ entgegen. Mit einem Schlag traf dann beides gleichzeitig ein. Vielleicht hat der Sommer auch nur auf den richtigen Zeitpunkt und die richtige Musik gewartet: auf ein fröhliches, leichtes und tanzbares Album.

Denn all das ist Gossamer ganz eindeutig, zumindest auf den ersten Blick betrachtet. Die erste Single, die zugleich der erste Track ist und somit das Album eröffnet, bringt einen leichtfüßigen Beat entgegen, dem man sich kaum entziehen kann. Dabei setzt Frontmann Michael Angelakos vor allem auf seine eigene Stimme und das von ihm gespielte Keyboard. Auf den zweiten Blick bemerkt der aufmerksame Hörer jedoch, dass der Text des Songs so gar nicht zu dem durchweg positiven Beat passen will.

Diese Gegensätzlichkeit zwischen Lyrics und Musik ist jedoch gewollt. Angelakos erzählt auf seinem neuen Werk persönliche Geschichten, die, wie er selbst sagt, vielleicht ein bisschen dramatisiert, ansonsten jedoch vollkommen authentisch sind. Er verarbeitet in zwölf Liedern Höhen und Tiefen, die er selbst oder seine Familie in den letzten Jahren durchwanderten. Vielleicht ist Gossamer daher eines der wenigen Alben, das darauf setzt, die Texte in einem sehr persönlich gestalteten Booklet zu veröffentlichen. Auch Michael Angelakos ist momentan nur wenig von der Fröhlichkeit ergriffen, die seine Musik ausstrahlt. Er sagte alle Termine für den Sommermonat ab, um sich seiner geistigen Gesundheit zu widmen.

Nichtsdestotrotz – oder vielleicht gerade deshalb – funktioniert das Album als Sommerwerk, das die müden Geister anregt, sich nach draußen zu begeben, im Cabrio zu „Mirrored Sea“ den Tacho zu testen oder barfuß und mit Cocktail zu „I'll Be Alright“ abzutanzen. „It's not my fault – I'm happy“ heißt der vorletzte Song auf dem Album und fasst ein bisschen das Gefühl zusammen, dass sich beim Hören des Albums aufbaut: Komme was wolle, mit ein bisschen Zynismus und viel guter Musik lässt sich alles überstehen.

Im Falle von Passion Pit ist das Musik mit warmem Bass, luftigen Klängen und einem dominanten Keyboard. Viel elektronische Klänge und stampfende Beats runden das Bild ab. Auch war Chris Zane, Produzent von Mumform & Sons und Friendly Fires, wieder mit von der Partie. Leider schafft es Gossamer nicht, die brillante Einstiegsphase mit dem eingängigen „Take A Walk“ bis zum Ende fortzuführen. Es lohnt sich trotzdem, bis zum Schluss dran zubleiben. Gute Laune mit einer leichten Brise Elan ist danach auf jeden Fall garantiert.

Anspieltipps:

  • Take A Walk
  • I'll be Alright God
  • Constant Conversations
  • Mirrored Sea

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