The Flaming Lips - And Heady Fwends - Cover
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The Flaming Lips And Heady Fwends


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Typisch schrägen und futuristisch anmutenden Klängen melden sich die Flaming Lips zurück, diesmal unterstützt von befreundeten Musikern wie Bon Iver und Nick Cave.

Fast 30 Jahre gibt es die Flaming Lips nun schon. Das einzig Vorhersehbare an der amerikanischen Band ist vermutlich ihre Unberechenbarkeit. Ohne eine Vorahnung zu haben, wie das nächste Album, der nächste Titel auf der CD oder auch nur die nächsten Sekunden des Songs sein werden, kann man sich sicher sein: es wird eine Überraschung. Denn die Flaming Lips sind experimentierfreudige Gesellen, die nach polyphonen, aus vier verschiedenen CDs bestehenden Werken, Parkplatz- und Ghetto-Blaster-Experimenten nun einer neuen Versuchung nicht widerstehen konnten: The Flaming Lips and Heady Fwends beinhaltet 13 ganz individuelle Songs. Jeder einzelne von ihnen ist deshalb so anders, da er gemeinsam mit anderen, befreundeten Artisten eingespielt wurde, darunter einige nicht zu verachtende Musikgrößen.

Doch man muss die Vorgeschichte der Band kennen und auf das stehen, was Experten als „Alternative-Progessive-Rock“ oder auch „Art-Rock“ beschreiben, um die schräge, auf den ersten Blick wild zusammengewürfelten Stücke genießen, wenn vermutlich auch niemals ganz verstehen zu können. Das aktuelle Album steigt mit einem futuristisch anmutenden, von Ke$sha bereicherten Song ein, der in seinem Fluss immer wieder von elektronischem Krach unterbrochen wird. Typisch für die Flaming Lips, die aber auch ganz anders können: Titel drei fällt vor allem durch zwei Dinge auf: Dem provozierenden Namen „Helping the Retarded to Know God“ und dem absoluten Kontrast zum Einstieg in die Platte. Er strahlt Ruhe und Besinnlichkeit aus, die im zweiten Song, gemeinsam mit Bon Iver bereits angeschnitten wurde. „Children of the Moon“ hingegen weist wieder die typischen „progressiven“ Elemente auf, lässt sich sonst jedoch gut hören und ist vor allem Einsteigern zu empfehlen.

Tatsächlich sind mal wieder allein die Namen der Lieder beeindruckend genug, um erwähnt werden zu müssen. „Supermoon Made Me Want to Pee“ und „I'm Working At Nasa On Acid“ sind nur zwei Beispiele. Gegen Ende der Platte fragen The Laming Lips noch, „Is David Bowie Dying“, nachdem im Wortspiel „You, Man? Human?“ ganz deutlich Nick Cave zu hören war, der in einer Art Sprechgesang gegen Schlagzeug, Rassel und die anderen, teils undefinierbaren Geräusche des Songs ankommt. Insgesamt stellt das Album kaum Übergänge her, aber das ist wahrscheinlich auch gar nicht gewollt. Es wird bereichert durch dreizehn Einzelstücke, die genau das sein sollen. Für den Popmusikhörer nicht unbedingt zu empfehlen, schaffen die Jungs aus Oklahoma jedoch wieder einmal eine interessante Platte für ihre Fans. Zum zwischendurch Hören eher ungeeignet, zum genau Hinhören dafür umso mehr.

Anspieltipps:

  • 2012
  • Helping The Retarded To Know God
  • Children Of The Moon
  • You, Man? Human???

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