Sceptor - Take Command - Cover
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Sceptor Take Command


  • Label: 7hard/New Music Distribution
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

US Power Metal aus deutschen Landen: Sceptor, übernehmen Sie!

Power Metal aus Deutschland muss nicht immer gleich generisch sein. An Gamma Ray oder Helloween orientiert sich eh jeder Zweite. US-Power wirkt da im Vergleich tatsächlich frisch und unverbraucht. Und genau inmitten der europäischen und US-amerikanischen Schule siedeln sich die Mannheimer Sceptor an. Auf ihrem zweiten Album „Take Command!“ bringen sie die beiden Spielarten auf einen gemeinsamen Nenner. Bandintern hat sich kaum etwas getan. Zwar ist Sänger Bob Mitchell ausgestiegen, doch der vakante Posten konnte von Gitarrist Tim besetzt werden, der sich nicht als Notlösung entpuppt, sondern absolut passend zu der musikalischen Ausrichtung Sceptors ist.

Und so spielen Sceptor auf. Das Cover Artwork lässt Kitsch und Klischee zumindest in Ansätzen erahnen. Wirklich cheesy ist auf „Take Command!“ aber nichts. Anstatt die Bombastkeule auszupacken, bieten die vier Musiker einen insgesamt geerdeten und stellenweise sehr trockenen Metal. Iced Earth oder Pyramaze lassen grüßen! Ob nun die brachialen und ungekünstelten „Shadows In The Maze“ und „Raging Seas“ oder die melodischen „These Hellish Nights“ oder „Hammer Of The North“: Sceptor wissen wo sie hin wollen und besitzen eine gesunde Heavyness und viel Nackenbracherpotential. Lediglich die Abwechslung bleibt da etwas auf der Strecke. Bei einer relativ kurzen Spieldauer von knapp 40 Minuten ist es zwar absolut in Ordnung der Hörerschaft fast ununterbrochen auf's Maul zu geben, doch wenn die Ballade („Endless Ocean“) im Endeffekt nichts weiter als ein Alibi ist, dann wird die Eintönigkeit fast schon schleichend. Aber die Jungs machen letztendlich zielgruppenorientiertes Metal-Kraftfutter und verbiegen sich nicht. So kratzen sie noch mal die Kurve.

„Take Command!“ ist also das was es sein will und das ist es auch mit Erfolg: Solider, technisch einwandfreier und auch ziemlich groovender Metal, der besonders auf der Bühne richtig gut funktionieren sollte. Auch wenn Deutschland in Sachen US-Power Metal noch lange keine Institution ist und nach wie vor eine Marktlücke besteht, präsentieren sich Sceptor als eine interessante Band für Liebhaber der Spielart. Mit den Größen des Genres können sie zwar noch nicht mithalten, aber in ihrer Sparte machen sie dafür viel richtig.

Anspieltipps:

  • Shadows In The Maze
  • These Hellish Nights

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