Grave Digger - Clash Of The Gods - Cover
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Grave Digger Clash Of The Gods


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die neue Grave Digger ist sagenhaft. Dummerweise gilt das nur für die Lyrics.

Nach 32 Jahren im Musikgeschäft und einem durchschnittlichen Veröffentlichungszyklus von einem Album alle zwei Jahre könnte man meinen, dass Grave Digger nach schottischem Geschichtsunterricht („Tunes Of War“, 08/1996), einem losen Konzept über die letzten Tage von Jesus Christus („The Last Supper“, 01/2003), kurzen Abstechern in die Zeit der Kreuzzüge (im unmissverständlich betitelten „Knights Of The Cross“, 05/1998), einer breit gefächerten Abhandlung über Kriege um Frieden und Freiheit („Liberty Or Death“, 01/2007) oder metallischen Exkursen zu Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ (zu hören im 2003er Album „Rheingold“) bald jedes mystische, spirituelle oder politische Thema durchgenommen haben, das sich lohnt, in wuchtige Heavy Metal-Hymnen gepresst zu werden.

„Clash Of The Gods“ belehrt ohne Umschweife eines Besseren und bedient sich bei der griechischen Mythologie rund um solch sagenhafte Gestalten wie Medusa, dem Höllenhund Zerberus, dem Fährmann Charon, Odysseus, Zyklopen, Chimären und, und, und. Chris Boltendahl (Gesang) und seine eifrigen Mitstreiter Axel Ritt (Gitarre), Jens Becker (Bass), Hans-Peter Katzenburg (Keyboard) und Stefan Arnold (Schlagzeug) mimen das musikalische Nachschlagewerk für alle interessierten Sagen- und Legenden-Fans und vermengen die üppigen Vorlagen zu einer temporeichen, dreiviertelstündigen Achterbahnfahrt. Wo jedoch die Texte den Wert eines amüsant-unterhaltsamen Geschichtsunterrichts annehmen, beschränkt sich die musikalische Seite auf Altbewährtes und stimmt einmal mehr in den Kanon der Midtemposchunkler und deftigen Donnergrollkompositionen mit ein, für die Grave Digger bekannt sind.

Kaum ein Song ist demzufolge als wirklich neu zu bezeichnen. Man hat ständig das Gefühl, Boltendahl & Co. würden lediglich Recycling betreiben und alte Nummern mit neuem Text versehen („Warriors revenge“). Wenn in weiterer Folge allerdings der Refrain versagt („Walls of sorrow“) oder einige Bausteine in den Tracks ein paar Umdrehungen zu viel zugesprochen bekommen („Medusa“, „Home at last“, „Helldog“), dann ist eindeutig das Ende der Fahnenstange erreicht und man fürchtet um das Bestehen der ehemals so starken und qualitativ konstanten Heavy Metal-Truppe aus Deutschland. Zum Glück ist aber noch nicht aller Tage Abend und Grave Digger ziehen sich mit kleinen Abstechern zu Deep Purple („God of terror“), einprägsamen Melodien („Call of the sirens“), griechischer Pseudofolklore („Clash of the gods“) und dem unverkennbar als Liveknaller angelegten „Death angel and the grave digger“ selbst aus dem Schlamassel und laufen unterm Strich doch noch zufriedenstellend über die Zielgerade. Für den nächsten Output sollten die Totengräber jedoch mal wieder den Proberaum durchlüften, schließlich benötigen einige althergebrachte Ideen unbedingt frischen Wind!

Anspieltipps:

  • Call Of The Sirens
  • Clash Of The Gods
  • Death Angel And The Grave Digger

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