Matenrou Opera - Justice - Cover
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Matenrou Opera Justice


  • Label: Gan Shin/Rough Trade
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Düster, symphonisch metallisch und vor allem solide – das neue Album von Matenrou Opera beweist einmal mehr die Stärken der Musiker.

Mit „Justice“ setzen Matenrou Opera einen neuen Meilenstein in ihrer Bandgeschichte. Nach den beiden Minialben „Gilia“ (05/2008) und „Abyss“ (12/2012) sowie dem Longplayer „Anomie“ (08/2009) erscheint nun ihr erstes Album bei Major-Label King Records. In Gan-Shin haben sie zudem ihr neues europäische Label gefunden, das ihre Musik nun auch endlich wieder nach Europa bringt.

Generell steht Metal auf dem Fahrplan der Musiker, was sich auch schon an den starken Schlagzeug- und Gitarrenlinien des Openers „Justice“ bestätigt, aber auch gleichzeitig einen der prägenden Einflüsse offenbart: symphonische Klänge, in diesem Fall unter anderem in Form eines vielschichtigen Chores. So bleibt es erst einmal düster und die Stärken der Band, die vor allem im technischen Geschick und den verwobenen Gitarrenriffs liegen, werden völlig ausgekostet. „Helios“, die erste Ballade des Longplayers gibt Sänger Sono schließlich die Möglichkeit, seine stimmlichen Qualitäten in den Vordergrund zu stellen und sich damit vor allem auch zu beweisen.

Man wäre allerdings nicht bei Genrevertretern aus Japan gelandet, wenn man nicht mit weiteren Stileinflüssen konfrontiert werden würde. Zum einen ist da natürlich diese gewisse Melodik, die westliches Verständnis immer nur schwer mit dem Begriff Metal vereinbaren lässt und ihr dabei eine stellenweise durchaus popige Note verpasst. Im Falle Matenrou ist es zudem das Spiel mit Synthesizern, das sich zum Beispiel in Songs wie „Imperial Riot“ geschlichen hat. Generell nichts unbekanntes und als Einzelwerk betrachtet durchaus keine schlechte Idee, im Gesamtwerk ein allerdings etwas aneckender Schlenker, der sich nach „Mermaid“ auch zunächst wieder verflüchtigt. Die folgenden Tracks kehren musikalisch zurück zu den Stärken der Band und präsentieren damit in Songs wie „Just Be Myself“ oder „Kizuna“ durchaus Glanzstücke des Silberlings.

Der Closer „Designer Baby“ führt schließlich scheinbar wirr und doch verstörend harmonisch das gesammelte Stilpotpourri nochmals zusammen und schafft es so, das Gesamtwerk in durchaus gutem Licht beim Hörer zurück zu lassen und gleichzeitig zu beweisen, dass die Ansätze der Musiker durchaus in die richtige Richtung verweisen.

So kommt es – wie man es eigentlich von vielen Vertretern des Genres gewohnt ist – zu einer starken Stilvermischung. Leider jedoch funktioniert diese manchmal nicht ganz so reibungslos, wie man es sich wünschen würde. Trotzdem ist es einmal mehr das technische Geschick der Musiker, das trotzdem zu überzeugen weiß. Vor allem gefühlvolle Balladen und beeindruckende Gitarrenriffs sammeln dabei immer wieder Pluspunkte, weshalb „Justice“ ein durchaus solides, positives Gefühl beim Hörer hinterlässt.

Anspieltipps:

  • Nurashita Kuchibirude Kisuo Shite
  • Helios
  • Just be Myself
  • Kizuna

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