Owl City - The Midsummer Station - Cover
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Owl City The Midsummer Station


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Neues Konzept aus dem Hause Owl City: Aus Dream-Pop wird Dance-Pop. Nötig war dies nicht.

Bei Adam Young alias Owl City muss es scheinbar immer sehr schnell gehen. Denn gerade einmal 14 Monate nach „All Things Bright And Beautiful“ (06/2011) steht mit „The Midsummer Station“ schon der nächste Longplayer des 26jährigen Soundtüftlers aus Minnesota in den Startlöchern. Vielleicht liegt diese Arbeitswut in Kombination mit Album-Veröffentlichungen im Jahresrhythmus aber auch nur daran, dass Adam Young seine Produktionsweise Stück für Stück geändert hat und inzwischen mit dem Ziel an ein neues Werk herangeht, kurze und eingängige Popsongs zu schreiben.

Die verträumten Synthie-Klangflächen der frühen Jahre sind damit weitgehend passé. Doch das ist noch nicht alles! Da Adam Young mit (zumeist europäischem) Trance- und Dance-Pop der 90er Jahre aufgewachsen ist, war für ihn klar, dass er sich in naher Zukunft einmal in dieser Richtung austesten will. Dazu holte sich Young erstmals im großen Stil Unterstützung von Co-Autoren und Produzenten wie Stargate (Rihanna, Ne-Yo, Beyoncé, Keri Hilson) oder auch Emily Wright (Leona Lewis, Miley Cyrus, Ke$ha, Jessie J, Adam Lambert), die das ehemalige „Traumschiff“ namens Owl City auf dem Dancefloor positionieren sollen.

Mit der Entscheidung pro Dancefloor gibt Adam Young einen Teil seiner Identität auf. Denn die beteiligten Studiokollegen sorgen dafür, dass dem durchaus markanten Sound Owl Citys eine gehörige Portion Chart-Einerlei beigemischt wird, den man eh schon an allen Ecken und Kanten hört. So klingt ein Song wie „Speed of love“ plötzlich wie Owl City meets Ke$ha, während Mark Hoppus (Blink 182) im gitarrenlastigen „Dementia“ und die kanadische „Canadian Idol“-Teilnehmerin Carly Rae Jepsen (26) im fröhlichen „Good time“ ein bisschen mitsingen dürfen.

Echte Substanz hat Owl Citys Dance-Pop-Abklatsch nicht. „The Midsummer Station“ beschränkt sich die meiste Zeit auf stampfende Beats („Dreams and disasters“) und schmierige Refrains („Shooting star“) und bietet viel zu wenige Überraschungen wie das ungewöhnlich rockige „Embers“ oder die wunderbar minimalistische Pianoballade „Silhouette“. Dieses Gespür für Melodien, Stimmungen und Arrangements lässt Owl City auf diesem Album zugunsten seiner Dance-Pop-Lust leider total schleifen, aber wenn der Künstler ein Konzept hat, dann hat eben ein Konzept. Koste es was es wolle!

Anspieltipps:

  • Gold
  • Embers
  • Silhouette
  • Take it all away

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