Gallon Drunk - The Road Gets Darker From Here - Cover
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Gallon Drunk The Road Gets Darker From Here


  • Label: Clouds Hill/Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwar nicht mit voller Kraft vor die Wand, aber doch ziemlich ziellos begeben sich Gallon Drunk auf eine neue, psychedelische Rock-Reise.

Gemma Ray liebte „The Rotten Mile“ (2008) von Gallon Drunk. Beim Hören des Albums fühle man sich „aufgepumpt“, sagt die Frau, die dieses Jahr mit „Island Fire“ ihren Teil zur guten Musik bereits beigetragen hat. Gallon Drunk hingegen sonnen sich zu sehr im Erfolg der ersten Platte und wissen dieses Mal nicht so recht, wo sie mit ihrer dreckigen Rockmusik hin wollen.

Mit lediglich acht neuen Titeln ist der erste Eindruck doppelt wichtig. Da trifft es sich nicht so gut, dass „You Made Me“ als generischer Schmutzrocker über das Parkett robbt. Ja, es passt alles. Die Gitarren ziehen einen magisch an und es wird schreiend gesungen. Es geht voran und pumpt ordentlich, doch nach zwei Minuten ist der Zauber vorbei. Das Lied findet keinen knackigen Abschluss, sondern geht immer weiter und erinnert an Jack Whites Werke, denen auch oft das nötige Quäntchen zur Extraklasse fehlt. Mag man den Dauerdreck im Audioformat trotzdem, dann werden „Hanging On“ und „A Thousand Years“ das Herz noch höher schlagen lassen. Auf der Suche nach guten Melodien unter all der Kraft wird man jedoch immer weniger fündig.

Wenn diese Grenze der Geschmäcker verstanden ist, dann soll man verstehen, dass Freunde von harmonischer Kraft keine Freunde von Tracks wie „Killing Time“ und „The Big Breakdown“ werden. Durch die Übermacht der Tritt-Aufs-Gas-Und-Fahr-Durch-Den-Schlamm-Attitüde wirken die Peter Gabriel'eske Ausflüge „Stuck In My Head“ und „The Perfect Dancer“ wie Rausschmeißer und Überstunden, die weder als allein stehende Songs, noch als Teil eines Konzepts hervorragen. Als jeweilige Closer der beiden Albumhälften kann man sie als die nötige Pause von brachialer Rockgewalt sehen. So ist „The Road Gets Darker From Here“ nicht nur für Fans, aber wer auf Melodie hinter dem Ton selbst aus ist, der überlegt zwei Mal, ob Gallon Drunk die richtige Wahl sind.

Anspieltipps:

  • You Made Me
  • I Just Can't Help But Stare
  • The Big Breakdown

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