Korpiklaani - Manala - Cover
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Korpiklaani Manala


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die einstige Idee nutzt sich ab. Oder: Och nö, schon wieder das gleiche Album...

Zu jedem Saufgelage gehört es auch danach wieder einen Gang runter schalten zu können. Irgendwann ist das letzte Bier alle und die Kraftreserven so weit erschöpft, dass man Schlaf dem Pogen vorzieht. Korpiklaani, der finnische Klan der Wildnis, haben das seit ihrem Debütalbum „Spirit Of The Forest“ im Jahre 2003 nie wirklich verstanden. Neun Jahre später hat man mit „Manala“ das bereits achte (!) Studioalbum am Start und ist kein bisschen vom Kurs abgekommen.

Korpiklaani machen also weiterhin das, was sie am besten können: Tanzbarer Folk- und Humppa Metal, vereinzelt sogar mit dem traditionellem Joik (quasi das finnische Äquivalent zum Jodeln) und viel Polka aufgepeppt, und höchst sauf- und partykompatibel. Und ja, sie beherrschen das wie kaum eine andere Band. Aber so spaßig solche Nummern wie „Kunnia“, „Ruumiinmultaa“, die Interpretation von Eino Kettunens „Ievan Polkka“ oder „Uni“ auch sind: Wer Alben wie „Ukom Wacka“ oder „Korven Kuningas“ bereits kennt, findet auf „Manala“ mehr von Allem, aber weniger vom Neuen.

Glücklicherweise vermögen es einige Kompositionen „Manala“ aus einer drohenden Belanglosigkeit raus zu ziehen. Das sind zum einen die stellenweise sehr melancholischen und mitunter düsteren „Synkkä“ und „Metsälle“ sowie das ungewohnt harte „Sumussa Hämärän Aamun“, welches bei seiner Kombi aus schweren Riffs und Violine sogar an die frühen Alben von Skyclad erinnert. Auch toll: „Petoeläimen Kuola“. Der Folk-Anteil ist hier immer noch hoch, aber die metallischen Elemente sorgen für das nötige Gleichgewicht. Bereits auf ihrem 2009er Output „Karkelo“ haben Korpiklaani bewiesen, dass sie auch gemächlicher und atmosphärischer können. Warum nicht mehr davon, zumal es auch nicht ausschließt, die Sauf- und Abgehnummern weiterhin zu bieten? Insgesamt wirkt zu viel fröhlicher, schneller Folk am Stück auch nicht besonders belebend, sondern laugt aus. Wenn so gute Ansätze schon gegeben sind und man zum fünfhundertsten Mal das gleiche Lied gespielt hat, dann ist das einfach nur schade und ärgerlich.

So wird „Manala“ zu einem weiteren, typischen Album der Finnen. „Kennst du eines, kennst du alle“ heißt es doch so schön. Das achte Studioalbum von Korpiklaani macht da keine Ausnahme. Wer wirklich nie genug davon kriegen kann, greift zu. Wer Korpiklaani noch nicht kannte, darf ebenfalls zugreifen (oder nimmt eines der anderen Alben). Alle anderen finden im Genre des Folk Metals interessante und spannende Alternativen.

Anspieltipps:

  • Kunnia
  • Synkkä
  • Metsälle
  • Sumussa Hämärän Aamun

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