In This Moment - Blood - Cover
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In This Moment Blood


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Postergirl Brink und ihre Mannen agieren einmal mehr „over the top“.

„Ich möchte, dass die Band richtig populär wird“ gesteht Lolita und Frontsau Maria Brink (Gesang) im Zuge der Aufnahmesessions für den vierten In This Moment-Longlayer „Blood“. Dreht man die Anlage ganz nach rechts und wählt den Titeltrack an, der gleichzeitig als Vorabsingle fungiert, so könnte man dieses Vorhaben angesichts des treibenden Beats und der zupackenden Hookline durchaus als geglückt ansehen, denn nicht nur altgediente Fans werden hiermit ihre Nachbarn aus dem Schlaf reißen, auch Schwermetallfans, die mit weiblichem Geschrei und dezenten elektronischen Beigaben keine Probleme haben, dürften der Nummer einiges abgewinnen können. Schade, dass die restlichen Songs dieser stürmischen Urgewalt nicht das Wasser reichen und bestenfalls überdurchschnittliches Material für Industrial trifft Female Fronted Bombast Metal-Fanboys darstellt.

„Mit dem Album wollten wir bisher verborgene Elemente der Band ans Tageslicht bringen: Die verführerische, dunkle und sündige Seite von uns, die bislang niemand zu Gesicht bekommen hat“ säuselt Miss Brink und gibt unverzüglich die laszive Sirene, die den Hörer durch pompös gestaltete Gitarrenwände im Trevor Rabin-Outfit („Adrenalize“), Hip Hop / Hardrock-Mashups der Marke „Loose yourself“ („Whore“), stampfende Otep-Schreiorgien („You´re gonna listen“), mit tonnenschweren Trümmerriffs hantierenden, Billig-Symphonic Metal („From the ashes“), wummernden Frühstücksflockendurchschnitt („Beast within“) oder unnötig in die Länge gezogene Kompositionen, die erst ein ausgedörrtes Jammertal durchlaufen müssen um ihre Relevanz zu demonstrieren („The blood legion“) oder dies erst gar nicht erreichen und lediglich die feuchten Träume von ein paar Pathos-Fetischisten befriedigen („11:11“), führt.

In This Moment können aber zur Abwechslung auch richtig packende Stimmungen generieren, was eindrucksvoll im bedrückenden „Burn“ unter Beweis gestellt wird, und landen mit einer Mixtur aus 90er Synthies und 70er Jahre Hardrock mit modernen Ausläufen eine etwas seltsame, aber letztendlich mitreißend inszenierte Nummer („Scarlet“). Ein Video im Windkanal ist hier auf jeden Fall ein absolutes Muß! Auf der Platte bestenfalls ein Kandidat zum Weiterschalten ist „Comanche“, die Zeile „Come on, come on, let me hear your warcry!“ ist für den Live-Einsatz jedoch dermaßen prädestiniert, dass der Industrial-Prügel vor versammelter Brink-Jungschar sicherlich abgeht wie Omas Apfelstrudel. Dem Konzept, ein treibendes, pumpendes und mitunter auch über die Stränge schlagendes Album abzuliefern, sind In This Moment sehr nahe gekommen und vor allem der Titeltrack zeugt davon, wie knallig-bunt der vollständige Trip hätte werden können. Dummerweise hat es für die komplette Dreiviertelstunde nur für ein paar ansprechende Requisiten gereicht.

Anspieltipps:

  • Burn
  • Blood
  • Scarlet

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