Blaudzun - Heavy Flowers - Cover
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Blaudzun Heavy Flowers


  • Label: V2/SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein erfolgreicher Niederländer traut sich nach zwei Alben auch nach Deutschland – und wir rollen den Teppich aus.

Blaudzun ist nicht nur ein unbekannter Name, sondern auch einer dem wir als Deutsche keine Bedeutung zuweisen können. Und wäre der Bürgername des Künstlers, Johannes Sigmonds, wahrscheinlich angenehmer. Neben dem merkwürdigen Künstlernamen sieht der Niederländer mit schwarzem Vollbart und kontrastreichen eisblauen Augen nicht jedem geheuer aus. Mit den ersten Tönen seines bezaubernden „Flame On The Head“ will man sich jedoch dafür ohrfeigen, dass man diesen Vollblutmusiker für sein Äußeres oder den nicht vorhandenen, internationalen Erfolg abtun wollte.

Handclaps, Streicher, Gitarren, eine emotionale Stimme und typischer Indie-Epos erwarten den Hörer gleich in der Auftaktnummer. Mit knackigen (fürs Songwriter-Genre) Gitarren geht es in „Elephants“ so verboten lebendig weiter, dass man schon jetzt „Heavy Flowers“ auf den Indie-Thron des Jahres 2012 setzen möchte. Keine Widerrede! Leichte Ohrwurmnummern wie „Elephants“ scheinen dem Mann aus Utrecht dabei genauso leicht zu fallen wie verzückende Indie-Stadio-Hymnen. Einem Sufjan Stevens gleich schafft Blaudzun es im Titeltrack ohne große elektronische Hilfe eine sich immer weiter steigernde Atmosphäre mit Glockenspiel und Bläsern, statt Synthesizern zu erschaffen.

Mit seiner oft pathetischen Art erinnert er an der emotionalen Reichtum eines Ray LaMontagne ohne dabei so intim, sondern viel mehr expressiv mit seinen Gefühlen umzugehen. „Who Took The Wheel“ ist stellvertretend für den Lauf des Albums, wenn ein aufbegehrender Song, die nächste Melodie jagt. Allein gegen Ende des Albums verliert Herr Sigmonds an Fahrt. „Sunday Punch“ und „Another Ghost Rocket“ schaffen es nicht ganz den verzaubernden Ton der vorigen Lieder auffangen zu können. Vielleicht ein Tick zu ernst oder zu experimentell, das müssen die eigenen Ohren für einen entscheiden. Auch der Schluss durch die Wiederaufnahme des Songs „Elephants“ wirkt zu konstruiert. Anstelle von „Elephants (Nocturne)“ hätte ein optimistischer, schneller Track zum Abschluss dem Tempo des Albums wahrscheinlich besser getan. All diese Punkte sind aber nur Kleinigkeiten, die ein ansonsten rundum gelungenes Album nicht maßgeblich schlechter machen.

Anspieltipps:

  • Flame On The Head
  • Elephants
  • Heavy Flowers

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