Kilians - Lines You Should Not Cross - Cover
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Kilians Lines You Should Not Cross


  • Label: Grand Hotel Van Cleef
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es bleibt dabei, dass die Kilians keine Durchschnittsalben veröffentlichen und sie rocken unbekümmert wie am ersten Tag ohne die Variation ihres Sounds zu vernachlässigen.

Wenn es um große Plattenfirmen geht, regieren oft die Klischees: Eine riesige Promotionmaschine mit vielen Chefs, die Musikern gern einen Hype anhängen wollen, soll so eine Majorcompany sein. Die Bands fühlen sich eingeengt und auch wenn sie mehr verdienen, leidet meist die künstlerische Freiheit. Soweit das eine Klischee. Die kleine Indie-Plattenfirma kümmert sich dagegen rührend um die Musiker und lässt ihnen jede künstlerische Freiheit, die sie wollen. Kein Druck und eine familiäre Stimmung gehören angeblich auch dazu. Irgendwo in der Mitte liegt dann wohl die Wahrheit.

Die Kilians haben sich bei der großen Plattenfirma erfolgreich ausgetobt, nun suchten sie wieder die Idylle der Indie-Plattenfirma: Grand Hotel Van Cleef mit ihrem Entdecker Thees Uhlmann ist nun die Heimat des dritten Werkes. Als Produzent stand mit Simon Frontzek (Tomte) ein langjähriger Wegbegleiter zur Verfügung, der die Kilians aus Dinslaken seit ihren Anfängen kennt. Den Kilians merkt man die Spielfreude und Begeisterung deutlich an und sie machen da weiter wo sie beim zweiten Werk aufgehört haben: Musikalisch klingen sie immer noch ein wenig wie die deutschen „The Strokes“, d.h. eine starke Gitarrenfraktion kombiniert mit der rauen Stimme von Simon den Hartog serviert melodiösen eingängigen und dennoch kantigen Rock mit englischen Texten und nutzt auch Popmusikelemente.

„Start again“ oder „Dirty Love“ gehören zu den Prototypen der Kilian'schen Stils: Da wird erdig drauflos gerockt und Simon den Hartogs Stimme setzt mit ihrer energischen Art den Stempel auf das Werk. Mit gekonntem „Laut und leise“-Wechsel verirren sich die Melodien langsam ins Ohr und bleiben dort. Fast schon als Popmusik könnte „ In It For The Show“ durchgehen, das angenehm entspannt klingt, aber die omnipräsenten Gitarren bleiben dennoch nicht aus. In dieselbe Popmusik-Richtung geht „Never Go To Work Again“, weil mit Pianoklängen und „Go oho“-Gesängen die Kilians-Version von Popmusik den Hörer überrascht und richtig Spaß bringt.

Es bleibt dabei, dass die Kilians keine Durchschnittsalben veröffentlichen und sie rocken unbekümmert wie am ersten Tag ohne die Variation ihres Sounds zu vernachlässigen. „Keine Angst vor Genregrenzen“ scheint das Motto zu sein und der Wechsel zum kleinen Musiklabel hat ihre Kompositionen noch abwechslungsreicher gemacht.

Anspieltipps:

  • Start Again
  • Dirty Love
  • In it for the show
  • Never Go To Work Again

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