Manowar - The Lord Of Steel - Cover
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Manowar The Lord Of Steel


  • Label: Magic Circle/ALIVE
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Other Bands play, Manowar kill! Ja, wenn nur der Sound nicht so grottenschlecht wäre.

Für ihre Schrägheiten in Wort, Bild und Ton sind Manowar in Szenekreisen inzwischen einschlägig bekannt. Eine weitere Posse kam in diesem Jahr hinzu. Denn die Veröffentlichungspolitik in Bezug auf das neue, mittlerweile zwölfte Studioalbum „The Lord Of Steel“ ist mit merkwürdig noch gnädig umschrieben. Das Werk erschien im Juni 2012 zuerst als digitale (unfertige!) Vorabversion sowie als CD-Beilage in der britischen Ausgabe des „Metal Hammer“ und kommt erst jetzt, vier Monate später, als reguläre CD-Veröffentlichung auf den Markt.

Eine schier unglaubliche Methodik, da besonders die Heavy-Metal-Fans in aller Regel allergisch gegen Download-Musik und besonders affin für liebevoll aufgemachte Album-Editionen sind. Der Verdacht liegt also nahe, dass die treuesten Fans zweimal abkassiert werden sollten. Einmal für einen schlecht gemasterten Download mit unfertigen Stücken (weil Fans eben nicht abwarten können, die neuen Stücke ihrer Favoriten zu hören) und ein zweites Mal mit der regulären CD-Ausgabe inklusive Artwork und amtlichem Sound. Doch bei Manowar kommt laut Bassist Joey DeMaio alles von Herzen und wird nicht wegen der Kohle gemacht, auch wenn dem US-Quartett durchaus ein ausgesprochenes Händchen für Gewinnmaximierung nachgesagt wird.

„The Lord Of Steel“ beginnt mit dem Titeltrack als furioser Uptempo-Knaller, der – und das fällt leider sofort auf – unter einer äußerst mittelmäßigen Produktion leidet, die auch das gesamte Album klingen lässt, als wäre es in einer mit Watte ausgeschlagenen Berghöhle aufgenommen worden. Die Bässe bollern dumpf, der Schlagzeug-Sound hat das Niveau eines Pappkartons und die Gitarren hätten auch mehr Arschtritt verdient gehabt. Das ist umso bedenklicher, da die elf Songs auf diesem Longplayer endlich wieder an die Qualitätsstufe anknüpfen, die der Hörer in den 80er Jahren von der Band gewohnt war.

Also muss sich der geneigte Hörer irgendwie mit dem platten Sound arrangieren, um zwar kein Meisterwerk, aber ein diesmal wenigstens solides Album aus der Feder von Joey DeMaio auf sich wirken lassen zu können. Er wird kitschig-schöne Megaballaden im Scorpions-Stil („Righteous glory“), groovende Hardrocker („Touch the sky“), düster knatternde Metal-Epen („Black list“) und tonnenschwere Riff-Brocken („Expendable“) hören und eine Band erleben, die sich so „true“ wie heute noch irgendwie möglich gibt – und sei es nur in Form der typischen Manowar-Texte über Krieger, Götter, Blut und Ehre, über die sich maximal schmunzeln lässt.

So steht am Ende ein Werk in den Büchern, das kompositorisch in Ordnung geht, aber mit einer katastrophalen Produktion jedweden guten Eindruck gleich wieder vertreibt.

Anspieltipps:

  • Black list
  • Expendable
  • Manowarriors
  • Born in a grave
  • The kingdom of steel

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