The Gathering - Disclosure - Cover
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The Gathering Disclosure


  • Label: Psychonaut Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

The Gathering gehen mit „Disclosure“ einmal mehr neue Wege.

Mit ihrem letzten Longplayer „The West Pole“ (05/2009) hatte die niederländische Formation erneut eine neue Marschrichtung eingeschlagen und damit nicht nur ihre neue Sängerin Silje Wergeland etabliert. Die elektronischen Klänge des Vorgängers „Home“ (04/2006) waren verschwunden und gitarrenlastige Sounds standen einmal mehr im Vordergrund. Nun erwartet die Fans das 10. Studioalbum „Disclosure“.

Die Band selbst betitelt den Longplayer als das persönlichste Album der Bandgeschichte. Es soll die Vereinigung organischer und elektronischer Klänge darstellen und farbenfrohe und vielfältige Sounds präsentieren. Somit wird sich der Leser schon vor dem ersten Hören zumindest klar, dass die Band einmal mehr eine neue Richtung einschlägt. Für diejenigen, die dieses Statement der Band nicht gelesen haben, stellt „Disclosure“ zunächst eine große Überraschung dar. Der Opener „Paper Waves“ ist schließlich so gar nicht das, was man im ersten Moment erwartet hätte, so dass die Frage, ob man auch wirklich zur richtigen CD gegriffen hat nicht ganz unberechtigt ist. Man ist zurück bei elektronischen Klängen die mit zurückgenommenen Gitarren und sanftem, in Harmonien ergänztem Gesang verschmelzen. So wird eine sanfte Midtemponummer geschaffen, die zeitgleich durchaus den Stil des Albums widerspiegelt.

„Meltdown“ beginnt deutlich gitarrenlastiger, ist jedoch ebenfalls stark elektronisch dominiert. Der knapp achtminütige Track ist dabei sehr wechselhaft und schraubt sich mehr und mehr in balladeske, schlichte Richtungen. Auch „Paralyzed“ entpuppt sich schlicht, experimentell und paralysierend ruhig. Lediglich ein minimalistischer Klangteppich sowie zarte Vocals verspinnen sich dabei zu einem zierlichen Gesamtkunstwerk. Damit ist die Richtung des Silberlings deutlich gelegt: Ruhig, schlicht, experimentell und einmal mehr völlig anders als alles was man zuvor von The Gathering gehört hat. Dabei sind die Einflüsse elektronischer Klänge zurück gekehrt, die sich allerdings in der zweiten Hälfte des Albums deutlich weniger bemerkbar machen. Insgesamt spielen die Musiker ihre Stärken – lange, fulminante Songs zu schreiben – ganz aus und ergänzen sie dabei mit viel Detail und nicht zuletzt dem neu entdeckten Harmoniegesang.

Nachdem man das erste Überraschungsmoment der neuen Stilrichtung überwunden hat und den Tracks die Möglichkeit gibt, sich unabhängig zu entfalten, bleibt es nicht aus festzustellen, wie komplex und schön es diesen Songs gelingt genau das zu tun. Der Wiedererkennungswert der Band selbst steckt dabei vor allem im Detail. „Disclosure“ ist kein Album für ausgiebige Partynächte, sondern eignet sich durch seine Ruhe und inneliegende Melancholie hervorragend als ruhiger Soundtrack des beginnenden Herbst.

Anspieltipps:

  • Paper Waves
  • Gemini I
  • I Can See Four Miles

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