Susanne Sundfor - The Silicone Veil - Cover
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Susanne Sundfor The Silicone Veil


  • Label: Grönland/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Apokalypse, Tod, Liebe und Schnee kunstvoll verpackt.

Bereits im März des Jahres in ihrer Heimat Norwegen erschienen, darf sich nun auch das deutsche Publikum an der zweiten Studioveröffentlichung von Susanne Sundfor erfreuen. Der Vorgänger „The Brothel“ hielt sich 30 Wochen in den norwegischen Album-Charts und auch „The Silicone Veil“ hält sich nach dem Charteinstieg auf Platz 1 seit 26 Wochen konstant in den TOP 40.

Thematisch greift Susanne mit ihren Songs am Nerv der Zeit an, denn sie spiegeln Verzweiflung und den Verlust von Illusion, Glauben und Hoffnung, „Apokalypse, Tod, Liebe und Schnee“, wie sie selbst sagt. All das verpackt sie in scheinbar fröhliche und einmal mehr komplexe Melodien, deren Tiefe wie auch schon bei „The Brothel“ faszinierend ist. Viele der Tracks mögen auf den ersten Blick schlicht erscheinen, oftmals schwebt ihre Stimme nur über scheinbar minimalistischen Synthesizerkonstrukten („Rome“, „Can You Feel The Thunder“). Und doch wird man nicht müde, die Details der Songs zu entdecken. In starkem Kontrast dazu stehen Titel wie „Meditation In An Emergency“, für die komplette Orchesteruntermalung aufgefahren wurde.

Die beiden Singleauskopplungen „White Foxes“ und „The Silicone Veil“ bestätigen die Virtuosität des Silberlings und fungieren als ideale Repräsentanten des Gesamtbilds. So sagt Susanne über das Video von „White Foxes“: „Das Video zu White Foxes vereint zwei Welten, die für mein neues Album, The Silicone Veil, wesentlich sind: die alte Welt, Wälder und Ruinen, und die moderne Welt, Technologie und Silikon. Und alles ist von Schnee bedeckt, genau wie in Die Toten von James Joyce. Wir sind alle isoliert.“ und trifft damit die Gefühle, die nicht zuletzt der Song selbst vermittelt, auf den Punkt.

Insgesamt präsentiert sich Susanne Sundfor auch auf „The Silicone Veil“ musikalisch unglaublich abwechslungsreich. Synthesizer, elektronische Klänge („Among Us“), Orchesterarrangements , schlichte Harfe („The Silicone Veil“) oder Klaviermelodien („White Foxes“) - sie lässt sich einfach keine Grenzen in ihrer musikalischen Entfaltung setzen. Über all dem schwebt – gerne in harmonischer Mehrstimmigkeit – ihre einzigartige, filigrane wie kraftvolle Stimme, die sich ideal in jegliche Klangteppiche einweben lässt.

Somit ist ihr ein idealer Nachfolger für „The Brothel“ gelungen, der nicht nur an das Potential des Erstlingswerks anknüpft, sondern die daraus entstandene Erwartungshaltung der Sängerin gegenüber nicht nur erfüllt, sondern sogar zu übertreffen versteht.

Anspieltipps:

  • Diamonds
  • White Foxes
  • The Silicone Veil
  • Your Prelude

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