Frank Ocean - Channel Orange - Cover
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Frank Ocean Channel Orange


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Aktueller R&B kann auch spannend und innovativ sein, ohne dass die Wurzeln verleugnet werden oder das Genre neu erfunden wird.

Wenn eine Major-Albumveröffentlichung eiligst vorgezogen und ganz bewusst mitten im allgemeinen Sommerloch platziert wird, dann muss schon großer Alarm herrschen. Denn im Normalfall werden die vermeintlichen Perlen und Umsatzgaranten für das im Frühherbst beginnende Jahresendgeschäft aufgehoben. Im Fall des 24jährigen Frank Ocean hat das Def-Jam-Label anders entschieden und dem Indie-Mixtape „Nostalgia, Ultra“ (03/2011) ganz schnell das erste offizielle Album „Channel Orange“ folgen lassen, an dem u.a. André 3000 von OutKast, Tyler The Creator, Pharrell Williams und John Mayer beteiligt sind.

Frank Ocean ist ein farbiger Musiker aus Long Beach, Kalifornien, der als Mitglied der Rap-Truppe Odd Future Wolf Gang Kill Them All sowie als Songwriter für Brandy, Justin Bieber oder auch John Legend bekannt ist. Zurzeit arbeitet Ocean zusammen mit Kanye West, Jay-Z und Beyoncé Knowles an neuen Songs. An diesen Namen lässt sich erkennen, dass Frank Ocean von den ganz Großen der Szene gebucht wird, weil seine Songs frisch und ungewöhnlich sind und weil um den 24-Jährigen im Augenblick ein riesengroßer Hype entsteht.

Christopher Breaux alias Frank Ocean versteht sich als R&B-Musiker, der ähnlich wie Prince in keine Schublade passt. Denn dazu ist sein Stil viel zu avantgardistisch und nicht an irgendwelchen Haltepunkten festzumachen. Das macht Frank Ocean für die eingesessene Szene und die Genrefans doppelt interessant, da gerade im R&B die ausgetrampelten Pfade kaum verlassen werden. So nähert sich der Newcomer dem Hörer über Old-School-Sounds aus den Siebzigern mit dezenten Riffs und Grooves, Soul-Einflüssen, einer geschmeidigen Crooner-Stimme und sexuell aufgeladenen Textenohne dass uns eine Reinkarnation von R. Kelly ins Haus stünde. Gott bewahre!

Stringenter Minimalismus, der Verzicht auf Kitsch und die Kunst, Old-School-Klänge und Future Sounds miteinander zu verbinden, macht „Channel Orange“ als Album aus. Frank Ocean präsentiert dem Hörer eine konsequent umgekrempelte Herangehensweise an das R&B-Fach, ohne dieses neu zu erfinden. Er kristallisiert die Genrestärken aus vier Jahrzehnten heraus und mischt diese zu einem spannenden Hörerlebnis zusammen.

Anspieltipps:

  • Monks
  • Pyramids
  • Sweet life
  • Crack rock
  • Pink matter

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