Lynch - Inferiority Complex - Cover
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Lynch Inferiority Complex


  • Label: King Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Lynch. beweisen ihr Talent einmal mehr mit gekonnter Harmonie aus starkem Heavy Metal und zarten Melodien.

Für ihre europäischen Fans ein kleiner Meilenstein, denn dank Okami Records veröffentlichen die japanischen Musiker von lynch. ihr 6. Studioalbum synchron in ihrer Heimat und Europa. Kein langes Warten bis man den neuen Silberling in Händen halten darf, was wünscht sich das Fanherz mehr? Fast nichts sollte man meinen – außer natürlich den üblichen musikalischen Ansprüchen: Die Musik sollte frisch sein, von den Füßen reißen, begeistern und dabei doch noch nach den großen Idolen klingen. Ob Hazuki (Gesang) Reo (Leadgitarre, Backing Vocals), Yusuke (Rhythmusgitarre), Akinori (Bass) und Asanao (Schlagzeug) diese Erwartungen erfüllen können?

Die Antwort: ein schlichtes Ja! Dass es sich diese Band zum Grundgedanken gemacht hat Heavy Metal mit schönen Melodien zu vereinen, wird schon im Opener „Moment“ zum ersten Mal deutlich. Immer wieder schleichen sich Melodielinien in die schnellen Schlagzeugbeats und sorgen so für Abwechslungsreichtum und kleine Akzente.

Es scheint ein japanisches Geschick zu sein, diese beiden Elemente so ideal verknüpfen zu können ohne dabei das Gefühl zu geben, dass auch nur ein Ton fehl am Platze wäre. Dass man dabei stellenweise das Gefühl nicht los wird beinahe Poprock-artige Klänge vernehmen zu können und sich kurzzeitig fragt, ob der Musikplayer nun die Band gewechselt hätte, gehört schlichtweg dazu. Das mag im ersten Moment seltsam anmuten, doch wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, kommt dabei voll auf seine Kosten. Die zudem vorhandene Vielschichtigkeit der Songs macht diese dabei zu einem ganz besonderen künstlerischen Genuss, bei dem man immer wieder etwas Neues zu entdecken scheint. So sind es auch immer wieder Akinoris Basslinien die, wie zum Beispiel im Fall von „New Psycho Paralyze“, die Melodielinien aus dem Hintergrund heraus dominieren und dabei ausgeglichen mit starken Gitarrenriffs verschmelzen.

Dagegen stehen Titel wie „They're All Afraid“, „Experience“ und „Frozen“ im fröhlich-popigen Kontrast und sorgen nicht nur für weitreichende Facetten der Band, sondern auch für eine kleine Atempause für den Hörer. Diese ist für Titeltrack „Inferiority Complex“ auch durchaus nötig, denn hier legen die Musiker nochmals richtig los, sind allerdings auch in diesem Track für eine ganz besondere Überraschung gut. Mehr sei dabei allerdings nicht verraten, zu schön ist der Überraschungseffekt beim ersten Hören. „A Flare“ entpuppt sich schließlich als starker Abschlusstrack, der das Albenpublikum mit einem guten Gefühl entlässt, somit abschließt und dabei zeitgleich doch genau das tut, was man von einem guten Closing erwarten sollte: dieses Gefühl nach dem Hunger auf Mehr.

Diese Band ist laut, metallisch und hart und dabei doch verspielt und sanft. Gegensätze, wie sie größer kaum sein könnten und wahrscheinlich deshalb so unglaublich frisch und begeisterungswürdig.

Anspieltipps:

  • Moment
  • New Psycho Paralyze
  • Inferiority Complex

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