Astrid North - North - Cover
Große Ansicht

Astrid North North


  • Label: Astrid North Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die ehemalige Cultured-Pearls-Sängerin mit einem düsteren Solodebütalbum.

Zwischen 1996 und 2006 nahm Astrid North (39) als Sängerin der inzwischen aufgelösten Bands Cultured Pearls und Soulounge insgesamt neun Alben auf. Obwohl seitdem sechs Jahre vergangen sind, in denen Astrid North nicht mehr auf Plattenproduktionen zu hören war, hat die Berlinerin die Musik nie aufgegeben. Sie begann eigene Songs zu schreiben, arbeitete mit Musikerkollegen in New York, stellte eine neue Begleitband zusammen, gründete ihr eigenes Label und forcierte ab 2009 die Arbeit an ihrem ersten Soloalbum.

Jetzt liegt das schlicht „North“ betitelte Werk vor und präsentiert sich als Wundertüte aus Soul-, Pop-, elektronischen und rockigen Songs, die sich ihrer Ecken, Kanten und Brüche bewusst sind und gezielt damit spielen. Über all dem schwebt die markante Soulstimme der 39-Jährigen, die nicht mehr auf den Pfaden des glattgeschliffenen Radio-Soulpop vergangener Cultured-Pearls-Tage wandelt, sondern auf mutiges Songwriting setzt, in dem in einem Song mehr passiert, als auf den kompletten Alben anderer Sängerinnen aus der Soul-Pop-Ecke.

So gibt es schon im Opener „Twang“ ungewöhnlich aufbrausende E-Gitarren zu hören, während „How beautiful you are“ TripHop-artig das Tempo verschleppt und „Dither“ düster und geheimnisvoll aus den Boxen pluckert. Dieser düstere Moll-Ansatz, verstärkt durch Piano- und verzerrte E-Gitarrenklänge, setzt sich auch im starken „Wishbone“ fort und zieht sich wie ein dunkler Schleier durch das gesamte Werk.

Selbst ein mit dicken Beats, verfremdeten Gitarren und treibenden Rhythmen ausgestattetes Stück wie „Honda“ macht vor dieser atmosphärischen Grundlage keinen Halt und trägt zu einem außergewöhnlichen Stimmungsbild bei. Auf diese Weise klingt mit dem hypnotischen „Whenever“ ein Album aus, das sich als kleiner, funkelnder Rohdiamant der deutschen Soul-Popszene präsentiert. Als wirklich negativ ist nur die dumpf, matschig und undifferenziert klingende Produktion zu nennen, die im direkten Vergleich mit so mancher Majorplatte chancenlos ist und zu Punktabzügen führt.

Anspieltipps:

  • Dither
  • Wishbone
  • Whenever
  • Impossibilities

Neue Kritiken im Genre „Soul/Pop“
6/10

This Girl´s In Love (A Bacharach & David Songbook)
  • 2016    
Diskutiere über „Astrid North“
comments powered by Disqus