Fang Island - Major - Cover
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Fang Island Major


  • Label: Sargent House/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Everyone high-fiving Everyone“ – adäquater als mit dieser Selbsteinschätzung kann man nicht auf den Punkt bringen, was Fang Island mit ihren Wall-of-Glam-Rock-meets-Math-Rock-Sounds bewirken.

„Everyone high-fiving Everyone“ – adäquater als mit dieser Selbsteinschätzung des lustig aussehenden Dreiers aus Brooklyn kann man nicht auf den Punkt bringen was Fang Island will, soll und mit einem macht. So beantworteten Fang Island vor zwei Jahren nämlich die obligatorische Newcomerfrage wie sie selbst ihre Musik beschreiben würden. Es sollte unumstößliche Tradition sein auf jedem Konzert dieser Band.

Dauergrinsend kann man sich diesem Rausch aus Endorphinkanonaden auch dieses Mal nicht entziehen – und dabei ist „Major“ kein dramaturgischer Aufguss. Jason Bartell, Chris Georges, Marc St. Sauveur, die für ihre Wall-of-Glam-Rock-meets-Math-Rock-Sounds auch schon mit bis zu fünf Gitarristen im Studio, wie auf der Bühne agieren, verfeinern ihre strukturell aus dem Folk kommende Melodie-Liebe um einiges. Wie bei Blumenkindern längst vergangener Dekaden wird da gesummt und im Chor die Leichtigkeit des Seins besungen. Nur rockt dabei ein Riff-Brett derart derbe, fett und sinnfrei, dass man nicht weiß wohin mit seinen Gefühlen.

Es gehört zum Kern der großartigen Errungenschaft dieser jungen, cleveren Großstädter, dem abgeschmackten Glam-Rock, dem Stadion-Rock, ja eigentlich allen Spielarten die mit verstärkten Gitarren Pathos ausdrücken wollen einen riesengroßen Aufguss Ironie zu verpassen und dabei nichts als positive Energie zu erzeugen, statt alles zu dekonstruieren und der Lächerlichkeit Preis zu geben. Fang Islands musikalische Grundkonzeption ist einfach nur Killer.

Sie haben die Jugend auf ihrer Seite: „All I know, I learned in Kindergarten“ („Kindergarten“) ist natürlich ein dreistes Understatement, aber ein programmatisch notwendiges. Für Fang Island braucht man lediglich seine physischen wie psychischen Vorraussetzungen aus der Vorschulzeit, den Rest kann man abschalten, zu Hause lassen, verschenken gehen. Im Vergleich zum selbstbetitelten Debüt eröffnet „Major“ indes aber eher verhalten und nicht so druckvoll. Man könnte nach den ersten beiden Songs fast meinen, der Esprit an der Narretei ist vorbei und das Spaßkonzept mit möglichst vielen Gitarren gleichzeitig läuft schon in eine Sackgasse. Doch nichts da, Fang Island spielen sich bloß warm. Mit „Seek It Out“, vollends aber ab „Make Me“ rocken die Glücksbärchis auf Pillen und in Glam-Rock-Kostümen das Haus. Die Überhymne ist mit „Never Understand“ schön mittig platziert, in der eine weitere Weisheit, die man immer Fang Island wird zuschreiben können, Mantra-artig besungen, beschworen, ja zelebriert wird: „I hope I never understand“. So kann man „Major“ auch hören: als Pamphlet sich seine jungendliche Naivität, Begeisterungsfähigkeit und Neugier zu bewahren. Nach dem verdienten Kopfschüttel-Höhepunkt „Chompers“ klingt „Major“ dann wieder ähnlich aus wie es begann, die Hebel der Euphorie sind besser gezogen und erdacht beim zweiten Streich.

Ein Live-Konzert dieser Band muss wie eine Messe sein: reinigend, befreiend, zukunftsweisend. Fang Island und das Grinsen: sie sollen für immer zusammen gehören. Und jetzt alle: „I hope I never understand“ – und das High-Five für Jeden nicht vergessen!

Anspieltipps:

  • Never Understand
  • Make Me
  • Dooney Rock
  • Chompers

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