Eugene McGuinness - The Invitation To The Voyage - Cover
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Eugene McGuinness The Invitation To The Voyage


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

80er-Hymnen und Rockabilly-Charme machen dieses Album zu einem Geheimtipp.

Drei Jahre sind vergangen seit Eugene McGuinness mit den Lizards „Glue“ präsentiert hat. Aus dem etwas zerstrubbelten Jungen ist inzwischen ein gestylter Mann frisch vom Barbier geworden und auch die Musik geht jetzt noch ausschließlicher und präziser in vergangene Jahrzehnte über. Soul, Motown und natürlich ganz viel Pop stehen auf dem Programm und haben sich in den sehr gelungenen Vorab-Singles „Shotgun“ und „Harlequinade“ hervorragend präsentiert. In gerade mal 37 Minuten ist die Hoffnung des Hörers jetzt auf kurzweilige Retro-Unterhaltung aus und soll dabei nicht enttäuscht werden.

„Harlequinade“ ist der perfekte Opener für „Invitation To The Voyage“. 80er-Pop-Radio in Vollendung sorgt für Dancefloorfeeling höchster Güte und macht – so banal es klingt – mit „dududu“ im Refrain so viel Laune, wie „Shotgun“ mit seinen Rockabilly-Backgroung-Sänger-Einlagen. Solche Songs sind gemacht, um Kultstatus zu erlangen. Da fällt es beinahe schwer die ebenfalls starken Tracks „Sugarplum“ und „Lion“ hervorzuheben, wenn sie von solchen Super-Singles umschlossen werden. Der Uptempo-Rocker „Videogame“ könnte dazu noch ein Kasabian-Experiment darstellen.

So bleiben keine Wünsche offen und man möchte es Eugene gar nicht übel nehmen, dass auch schwächere Titel auf dem Album vertreten sind. „Concrete Moon“ als gefällige Ballade, die allerdings Längen aufweist und „Thunderbolt“ als experimentelle Pop-Nummer schaffen es nicht, den Hörer auf ihre Seite zu ziehen. Zu deutlich hat sich bereits heraus gestellt, dass McGuinness' Stärke in tollen Melodien und Hooklines liegt. Verschwinden diese, dann erfährt man denselben Qualitätsabfall wie jeder Nicht-Ohrwurm von Bands wie Franz Ferdinand. Das passiert glücklicherweise aber nur diese zwei Male.

Ansonsten kann das Album durchgehend begeistern, auch wenn nur der Titeltrack an die Qualität der beiden Vorzeigestücke heranreicht. „Japanese Cars“ ist zum Abschluss eine Erwähnung wert, da es ebenfalls den Geist der 80er wunderbar einfängt, allerdings ohne den Hörer so zu packen, wie es die „Harlequinade“. Für kurzweilige Unterhaltung reicht es aber allemal und die besagten Übertracks hat man gerne griffbereit im Regal. Um sie nicht zu mögen, ist diese Musikreise auch viel zu gut geworden. Es bleibt spannend zu sehen, was Eugene McGuinness in Zukunft noch alles basteln wird.

Anspieltipps:

  • Harlequinade
  • Shotgun
  • Invitation To The Voyage

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