Green Day - Dos! - Cover
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Green Day Dos!


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Teil zwei der Album-Trilogie „Uno!“, „Dos!“ (11/2012), „Tré!“ (NEU: 12/2012).

Nur wenige Tage, nachdem Green Day mit „Uno!“ (09/2012) den ersten Teil ihrer „Uno! Dos! Tré!“-Album-Trilogie auf den Markt gebracht hatten, musste Mastermind Billie Joe Armstrong in eine Drogenentzugsklinik eingeliefert werden, wodurch die Tourpläne der Band komplett durcheinandergebracht wurden und als Folge dessen die Veröffentlichung des dritten Teils von Mitte Januar 2013 auf Anfang Dezember 2012 vorgezogen wurde. Damit aber nicht alles vollkommen aus dem Ruder läuft, gibt es nun erst einmal Teil zwei, also „Dos!“, auf die Lauscher.

Mit den „Uno! Dos! Tré!“-Alben hatten Green Day angekündigt, stilistisch zu ihren Wurzeln zurückkehren zu wollen. Beim „Dos!“-Opener bezieht sich diese Feststellung aber erst einmal nur auf den Sound, der bei dem Rock’n’Roll-artigen „See you tonight“ noch gnädig als dumpf und verwaschen bezeichnet werden kann. Doch was als kleiner Scherz zu Beginn des Albums vermutet wurde, zieht sich leider durch die gesamten 13 Tracks, die in eine matschige Möchtegern-Garagen-Produktion gepresst wurden und allein dadurch gar nicht richtig aus dem Quark kommen.

Das Mittel gegen eine schlechte Albumproduktion ist leicht: Man drehe die Stereoanlage einfach bis zum Anschlag auf – und gut ist’s! Doch was tut der geneigte Hörer gegen eine CD mit schwachen Songs, die null Feuer besitzen und kaum Esprit versprühen? Da wird es schon schwieriger! Denn Green Day verwechseln schmutzigen Punkrock von der Straße mit schlappen Altherren-Rock’n’Roll-Songs von der Stange, die hundertmal aus dem Lager von Green Day gehörte Harmonien ein weiteres Mal durchkauen und damit schon fast als Ärgernis aufgefasst werden dürfen.

Auf der einen Seite konnte man froh sein, dass Green Day ihre Bombastrockphase für beendet erklärt hatten, doch nun kommt das Erwachen wie ein Fausthieb! War bereits „Uno!“ ein nicht mehr als durchschnittlicher Versuch, an alte Zeiten anzuknüpfen, so ist „Dos!“ ein vollends uninspirierter Griff ins Klo geworden, der ohne das „Label“ Green Day bei den meisten A&Rs in die Mülltonne fliegen würde. Zwar blitzt ab und zu der alte Punkrockgeist bei den Amerikanern auf („Stop when the red lights flash“), doch in der Menge ist „ab und zu“ für einen Majoract einfach zu wenig.

Egal, ob man „Dos!“ fünfmal oder zehnmal hört - zu keiner Zeit stellt sich Befriedigung ein. Die Songs klingen blutleer, humorfrei und ausgelutscht und sind wie ein Schlag ins Gesicht des Hörers, der zum Schluss noch mit einer Abschiedshymne an die verstorbene Amy Winehouse („Amy“) gequält wird, die sich musikalisch wie inhaltlich auf allerschlimmstem Vorschülerniveau bewegt. Ganz ehrlich, Freunde der Nacht: Das geht ja mal gar nicht!

Anspieltipps:

  • Amy
  • Fuck time
  • Lady Cobra
  • Wow! That’s loud

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