Green Day - Tré! - Cover
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Green Day Tré!


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Teil drei der Album-Trilogie „Uno!“, „Dos!“, „Tré!“.

Nachdem sich die ersten beiden Teile der Green-Day-Trilogie „Uno!“, „Dos!“, „Tré!“ leider überwiegend als künstlerischer Griff ins Klo herausstellten, muss die Frage gestattet sein, ob überhaupt noch jemand, außer den Hardcore-Fans der US-Edel-Punks, Lust auf den dritten und hoffentlich letzten Teil hat. Nicht dass da noch ein Baby namens „Quatro!“ in der Giftküche schlummert. Denn zu enttäuschend sind die uninspirierten 25 Songs bis jetzt gewesen, als dass noch ein Fünkchen Hoffnung auf Besserung besteht. Aber sei’s drum. Nun werden noch einmal 12 Tracks obendrauf gepackt. Komme was da wolle. Das kann ja heiter werden.

Green Day eröffnen den Reigen auf „Tré!“ mit dem überraschend weihnachtlichen Midtempo-Song „Brutal love“, in dem ein Frauenchor, Bläser, Glöckchen und ein Piano involviert sind. Dafür, dass die ursprüngliche Veröffentlichung für Januar 2013 – also erst nach Weihnachten – geplant war, ist der Song ein ungewöhnlicher, aber gelungener Opener. „Missing you“ nimmt danach an Fahrt zu, ohne den Härtegrad signifikant zu steigern. Dennoch hören wir hier fast schon die typische Green-Day-Eingängigkeit und den lockeren Charme ihrer frühen Songs aus den späten 90er Jahren.

Das halb-akustische „Drama queen“, mit einem herzerweichenden Pianosolo, erinnert ein wenig an eine Mischung aus The Beatles und Queen und „X-Kid“ macht auf einen Schlag den Totalausfall von „Dos!“ vergessen. Danach streift das Trio seine imaginären Fesseln endgültig ab, macht sich locker und tut genau das, was es beherrscht: Unverkrampften Punkrock spielen, der zwar nicht die erhoffte Hitdichte früher Jahre mitbringt, aber sie mit Titeln wie „Sex, drugs & violence“, „A little boy named train“ oder auch „Amanda” zumindest andeutet.

Das ist nach dem zwischenzeitlichen Desaster auf „Dos!“ ein versöhnlicher Abschluss, aber keine Entschuldigung für die Schnapsidee, 37 Songs am Stück zu veröffentlichen, die unter normalen Umständen nicht das Licht der Welt erblickt hätten. Doch wenn es drei Alben auf einmal zu füllen gilt, dann rutscht wohl ganz automatisch Füllmaterial in den Fokus und setzt den Nimbus einer Band aufs Spiel. So aber bekommen Green Day auf „Tré!“ noch einigermaßen die Kurve und servieren ein unverkrampftes Punkrock-Album, so wie es „Uno!“ und „Dos!“ bereits hätten sein sollen.

Anspieltipps:

  • X-Kid
  • Brutal love
  • Walk away
  • Drama queen
  • Dirty rotten bastards

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