Muse - The 2nd Law - Cover
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Muse The 2nd Law


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Effekthascherei anstelle großartiger Songs. Muse machen sich und dem Hörer das Leben schwer.

Das britische New-Prog-Rock-Trio Muse (Matthew Bellamy, Dominic Howard und Christopher Wolstenholme) hat sich im Laufe seiner Karriere, angefangen beim 1999er Debütalbum „Showbiz“ (10/1999) bis hin zum aktuellen Werk „The 2nd Law“, einen Status erarbeitet, den nur wenige Musiker für sich beanspruchen können. Denn aufgrund der Tatsache, dass sich jeder Muse-Longplayer millionenfach verkauft (wir sprechen von 15 Millionen abgesetzten Einheiten), kann die Band praktisch machen, was sie will. Und das Publikum folgt scheinbar kritiklos und feiert jede neue Wendung in Sound und Stil der aus Teignmouth stammenden Musiker bedingungslos ab. Zuletzt gelang dies mit dem Album „The Resistance“ (09/2009), mit dem die leichten Kreativ-Durchhänger auf „Black Holes And Revelations“ (06/2006) wieder ausgemerzt werden konnten.

Muse führen als Grundlage für den vorliegenden, 13 Songs umfassenden, Liedzyklus das zweite Gesetz der Thermodynamik an, das die Verschwendung von Energie innerhalb eines geschlossenen Systems beschreibt. Das hört sich interessant und in bester Prog-Rock-Manier herrlich verschroben an, könnte aber auch nur eine verbale Seifenblase sein, mit der sich Musik spannender umschreiben lässt, als sie am Ende wirklich ist. Denn obwohl sich die drei Musiker auch heuer in gewohnter Experimentierlaune zeigen, klingt ihr sechstes Studiowerk nur wenig zusammenhängend und in gewissen Momenten wie ein Ableger eines modernen, bombastischen Hollywood-Film-Soundtracks („The 2nd Law: Unsustainable / Isolated system“).

Angefangen mit dem an James-Bond-Musik gemahnenden Opener „Supremacy“, über den offiziellen Song für die olympischen Sommerspiele 2012 in London („Survival“), der übrigens phasenweise an Queens Opus „Innuendo“ erinnert, über neuartige Dubstep-Einflüsse („Madness“), bis hin zu Anleihen bei Brian Wilson („Explorers“), Queen („Big freeze”), Pink Floyd („Save me“) und U2 („Follow me“), werfen Muse die geballte Palette ihrer musikalischen Vorbilder in einen großen Topf, ohne dass dabei mehr als einzelne (zugegeben geniale) Versatzstücke zusammengetragen werden.

Das können sowohl Gesangs- als auch Instrumentalpassagen sein, doch leider nur selten ganze Kompositionen am Stück. Die Folgen: Durch Muses Sucht nach den ganz großen Knalleffekten bleiben die Songs als solche zu häufig auf der Strecke und werden von Pomp und Pathos ertränkt. Es scheint fast so, als sei dem Trio heuer seine eigene Genialität im Weg gestanden, sodass dem Hörer streckenweise die Lust auf das große Ganze vergeht und ein emotionaler Kampf mit dieser Platte unausweichlich wird.

Anspieltipps:

  • Madness
  • Big freeze
  • Explorers
  • Follow me

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