Magnum - On The 13th Day - Cover
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Magnum On The 13th Day


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Knallige AOR-Schmonzetten zwischen Geniestreich und Belanglosigkeit.

Was auch immer gegen Magnum, Bob Catley oder den AOR im Allgemeinen gesagt werden kann: Manche Bands der Sparte gehören nicht nur zu den produktivsten unserer Zeit (wohlgemerkt: Genreübergreifend), sondern beweisen es immer wieder, dass man auch nach mehreren Jahrzehnten alles wie gehabt regeln kann. Experimente sind sporadisch. Die wollen die meisten Fans auch gar nicht. Und das ist, verdammt nochmal, auch richtig so! Magnum sind da keine Ausnahme. Sie machen ihr Ding. Sie machen es seit Jahren. Und sie machen es gut. Also stellen wir die Frage bezüglich ihres 16. Studioalbums „On The 13th Day“ leicht abgewandelt und erneut: Was erwartet man nach 40 Jahren Bandgeschichte?

Normalerweise fällt die Antwort nicht gerade leicht, aber im Falle von Magnum, kann man sich in etwa denken, was Catleys Bob und seine Kollegen auf den Silberling gezaubert haben. Natürlich: Feinster Hardrock, der eigentlich permanent aus seinem Korsett ausbrechen will und von Metal, über Stadion-, Symphonic Rock aber auch Pop alles abdecken kann, dabei die meiste Zeit aber homogen genug bleibt um die DNA der Band erkennbar zu machen. Dennoch fällt es den Masterminds Catley und Clarkin die Ballance nicht unbedingt leicht sich auf dem Schmalen Grad von Selbstplagiat und Innovation zu halten. Ein Gros des Materials auf „On The 13th Day“ ist ein alter Hut, wenn auch ein gut erhaltener, immer noch schicker. Direkt am Anfang geben sich wirklich großartige Kompositionen die Staffel in die Hand. „All The Dreamers“ ist als Opener mit sieben Minuten nicht nur der längste Track auf dem Album, sondern auch ein Beispiel für die Qualitäten der Briten. In den 80ern hätte ein derartiger Bombast-Hardrock jede Arena zum Dampfen gebracht. Wer jemals „The Twilight Chronicles“ von Ten gehört hat, weiß was hier abgeht. Nur viel besser! Heute funktioniert das immer noch – Wenn auch nur hart an der Grenze zum Special Interest und trotz Potential nicht mehr im Mainstream. Schade eigentlich.

Eingeweihten ist das aber eh piepe. „Blood Red Laughter“ zum Beispiel ist ein Euphorie-Batzen für den so mancher Vertreter der AOR-Szene morden würde. Ja, sogar Größen wie Sinner, Journey und Magnum zu Zeiten ihres Zenits selbst. Da lacht das Fanherz! In die gleiche Richtung gehen auch die folgenden „Didn't Like You Anyway”, der Titeltrack und die leicht angepopte Halbballade “So Let It Rain”, die die erste Hälfte von “On The 13th Day” durch die Bank hinweg hochklassig gestalten. „Dance Of The Black Tattoo” erscheint mit seinen sehr metallischen Riffs als deutliche Zäsur: Der Stampfer ist nicht nur der härteste Song auf dem Longplayer, sondern gehört auch zum härtesten, was Magnum seit langem geschrieben haben. Auf der anderen Seite stehen “Shadow Town”, “Putting Things In Place” und “From Within”. Pop. Pop, der selbst so manche Outputs von Bon Jovi wie schrammeligen Garage Rock erscheinen lassen. Popmusik ist alles andere als ein Anti-Trademark, aber was Magnum auf der zweiten Hälfte des Albums abziehen, ist im direkten Vergleich zum sehr starken ersten Teil blutleer, uninspiriert und verglichen mit so manchem Schmankerl aus dem eigenen Back-Katalog ziemlich belanglos und tausend Mal besser gehört. Die restlichen Kompositionen können da nicht kontern und hinterlassen insgesamt einen eher bitteren Nachgeschmack.

„On The 13th Day“ ist im Endeffekt das berühmte Schwert mit zwei Schneiden. Einmal haben wir feinsten Melodic Hardrock, der damals schon gut funktionierte und es heute (mit großartiger Produktion in der Hinterhand) immer noch tut. Dann gibt es schwache bis völlig uninteressante Nummern, die in ihrer Form die zweite Hälfte beinahe konstruiert wirken lassen. Fans von Magnum wird das kaum abschrecken, auch wenn sie die Band schon deutlich stärker erlebt haben sollten. Immerhin schwingt eine gewisse Mindest-Qualität immer im Hintergrund mit. Den Vogel schießen Magnum mit ihrem „On The 13th Day“ sicherlich nicht ab, aber sind in ihrer Routine und den stellenweise phänomenalen Ausbrüchen aus dieser, so oder so eine Investition wert.

Anspieltipps:

  • All The Dreamers
  • Blood Red Laughter
  • Didn't Like You Anyway
  • On The 13th Day

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