Illdisposed - Sense The Darkness - Cover
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Illdisposed Sense The Darkness


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Knüppeldicke Grooves, fette Produktion, fiese Growls – Illdisposed wissen auf hohem Niveau zu langweilen.

Es gab mal eine Zeit, da wurden sofort alle Metalheads feucht im Schritt, wenn Mr. Subwoofer alias Bo Summer mit seinen Kollegen Jakob Batten (Gitarre), Ken Holst (Gitarre), Jonas Kloge (Bass) und Thomas Jensen (Schlagzeug) einen Song anstimmte. Blieb nach dem Hereinbrechen dieser Urgewalt an tieftönender Brutalität schließlich nicht mehr als ein riesiger Krater im Hypozentrum übrig. 20 Jahre nach der Gründung setzte allerdings ein Gähnen ein, als Illdisposed mit dem Jubiläumsalbum „There Is Light (But It´s Not For Me)“ (04/2011) aus den Niederungen auftauchten und sich der Glanz vergangener Tage als Rost anzusetzen begann.

Etwa 1 ½ Jahre später will es das Subwoofer-Gespann noch einmal wissen und knallt mit „Sense The Darkness“ und Voldemort/Nagini-Gedächtniscover um die Ecke, als ob man 2012 das metallische Pendant zu den Zauberlehrlingromanen von J. K. Rowling bieten wolle. Dies ist natürlich nicht der Fall und der Glatzenopa mit der Schlange auf dem diesjährigen Artwork soll lediglich als düstere Einstimmung zu der von Tue Madsen (Suicide Silence, Heaven Shall Burn, Sick Of It All) produzierten Platte gelten. Damit wären zumindest schon zwei Bestandteile des leider extrem formelhaften „Sense The Darkness“ abgearbeitet, denn trotz ein paar interessanten Ideen entfernt sich der neueste Longplayer der Dänen kaum vom Schema des Vorgängers und versucht einzig und allein dem Hörer mächtig eins auf die Fresse zu geben.

Da werden nicht nur einmal frappierende Ähnlichkeiten zum Hyperblast von Kataklysm hergestellt („Time to dominate“, „The poison“, „We do this alone“), satte Grooves aus allen Lagen gefeuert („Stop running“, „Sense the darkness“) oder eine Gehirnwäsche aus dröhnendem Bass und unablässigem Donnergrollen vollzogen („I am possessed“), Illdisposed haben auch den einen oder anderen Hit zu bieten, der als mitreißendes Todesballett seine melodische Seite offenbart („Too blind to see“) oder laden mit punkiger Ausrichtung zum Circle Pit ein („She´s undressed“). So spannend das jetzt vielleicht klingen mag, so gleichförmig gebärdet sich der Großteil der Kompositionen und sogar ein Pseudo-Instrumental wie „Another kingdom dead“ wird lustlos aus den Boxen gedroschen.

Sicherlich sind Illdisposed mit der neuen Scheibe stellenweise wieder ein paar Schritte in die richtige Richtung gegangen und vermengen nicht einfach nur stur Brutalität mit Groove und diversen anderen modernen Trademarks, aber auf die Art und Weise wie Subwoofer & Co. das Material herunterspulen ohne jegliche Abzweigungen anzubieten oder den Hörer inmitten des Dauergeprügels zu fordern, vermiest einem den Spaß an den aufblitzenden Ideen und der wuchtigen Produktion. In dieser Form besitzt das dänische Gespann jedenfalls die Halbwertszeit eines instabilen Radium-Isotops.

Anspieltipps:

  • Stop Running
  • She´s Undressed
  • Too Blind To See

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