De|Vision - Rockets & Swords - Cover
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De|Vision Rockets & Swords


  • Label: Popgefahr Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ausreichend lang vor dem 25-jährigen Jubiläum erscheint das neue Studioalbum. So lässt sich länger feiern.

Im nächsten Jahr kann das Wahl-Berliner Synthie-Pop-Duo De|Vision (Steffen Keth und Thomas Adam) auf ein beeindruckendes Vierteljahrhundert als fester Bestandteil der deutschen Musikkultur zurückschauen. In diesem Zeitraum hat das vom Quartett zum Zweimannprojekt geschrumpfte Synthie-Urgestein ein Dutzend Studioalben auf den Markt gebracht, die kommerziell zwar nie die ganz große Rolle spielten, aber für eine gefestigte Nischenposition von De|Vision sorgten.

So nachhaltig wie sich De|Vision in der Elektro-Pop-Musiklandschaft ihr Plätzchen gesucht haben, so präsentieren sie sich auch auf ihrem neuen Longplayer „Rockets & Swords“. Was Mitte der 80er Jahre mit den Zugpferden Depeche Mode und Camouflage in Deutschland begann, wurde von De|Vision aufgegriffen und auf ihre eigene Weise übernommen. Daran hat sich in den Grundzügen bis heute nichts geändert, womit sich das Duo positiv von der breiten Masse der deutschen Elektroszene abhebt, die ihre Hörer oft nur mit bollernden Bässen, ausufernden Synthieflächen und – wenn es ganz schlimm kommt – pseudointellektuellen Texten zu vergraulen weiß.

Einhergehend mit den überschaubaren kommerziellen Errungenschaften von De|Vision ist natürlich das Fehlen von Singlehits. Daran ändert sich auch mit „Rockets & Swords“ nichts, obwohl die Band fast wie immer ein paar vorzügliche Melodien im Gepäck hat („Want to believe“, „Brotherhood of man“). Das allein reicht allerdings nicht aus, wenn die Songgerüste oftmals zu einer gewissen nostalgischen 80er-Jahre-Note tendieren („Superhuman“, „Beauty of decay“, „Binary soldier“). Hier trennt sich spätestens die Spreu vom Weizen, wenn der Hörer zwischen cool und museumsreif unterscheiden muss.

So pendelt sich dann auch „Rockets & Swords“ irgendwo in der langen Riege aus soliden bis guten Elektroalben aus dem Hause De|Vision ein und kann dabei vermitteln, warum sich De|Vision seit bald 25 Jahren halten können und einen vergleichsweise sehr guten Namen gemacht haben.

Anspieltipps:

  • Binary soldier
  • Want to believe
  • Running all night
  • Brotherhood of man

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