Matthew Dear - Beams - Cover
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Matthew Dear Beams


  • Label: Ghostly International
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Pop und Electro vereinen sich zu einer spannenden Melange.

Was er auch macht, er macht es richtig. DJ, Producer und Multi-Instrumentalist Matthew Dear hat sich vor zwei Jahren in beeindruckender Manier von seinem Steckenpferd Tech House großschrittig zum Disco und Electro Pop bewegt, mit einem Album dass das Kunststück vollbrachte tanzbare urbane Schwermütigkeit zu intonieren und dabei alles andere als ein Deprissiva zu sein.

Exquisit-intelligenten Electro-Pop bekommen wir auch diesmal von dem schnieken jungen Mann der in Texas geboren wurde, nach frühen Umzug den legendären Detroiter Tech House ebendort aufgesogen hat und mittlerweile eine prägende, wenn auch sich angenehm zurückhaltende Stilfigur in der elektronischen Musikwelt New Yorks geworden ist (und damit eine gewisse Arbeitsverwandtschaft zu James Murphy und seinem LCD Soundsystem bildet). Nur was für welchen! Das Düster der schattigen Wolkenkratzergroßstadt auf „Black City“ ist einer an vielen Stellen tropischen und sommerlichen Leichtigkeit gewichen. „Beams“ ist ein in allen Belangen schönes und warmes elektronisches Musikalbum geworden, das dennoch die typischen Matthew-Dear-Charakteristika aufweist. Nur ein sparsames Riff oder eine angenehm reitende Bassline reichen als Grundgerüst für seine übrigens immer kürzer werdenden, das heißt ein normales Popmaß annehmenden Songs; Loops, die Stoik und das warme Timbre seiner sich nur dem Sprechgesang hingebenden Stimme, sowie der niemals überfrachtete Einsatz von Samples und Synthies an wohltemperierten Stellen; dies sind die Determinanten die Dears Klangwelt bestimmen und mit denen er, wie es scheint, immer wunderschönere Klanggebilde zwischen Songs und Tracks kreiert.

Doch besonders Dears würdevoll monotone Stimme, immer sparsam elektronisch in die Tiefe verzerrt, macht seinen Sound so unverwechselbar sympathisch. Und wenn er dann noch in „Earthforms“ die richtigen Worte findet um seine eigene Wirkung trefflich zu beschreiben, brauchen wir eigentlich nichts mehr hinzufügen: „Always the silent ones/ that sneaks up from behind“ und später im selben Song „I’m right in front of you now“. „Beams“, besonders der Beginn des Albums mit „Her Fantasy“, „Earthforms“, den grandiosen „Headcage“ und „Fighting Is Futile“, umschmeichelt einen also, geschickt, wendig und elegant, während der Albumausklang entschleunigt, reflektierend den Sonnenuntergang entgegenschippert („Ahead Of Myself“, „Do The Right Thing“).

Matthew Dear ist ohne großes Brimborium, ohne dicke Bässe und überladene Soundkonstruktionen mittlerweile einer der ganz Großen der elektronischen Musikfamilie, gerade weil der als Minimal Techno DJ zu Ansehen und Geld gekommene mittlerweile beständig neue Wege geht und es auf „Beams“ in souveräner Manier bewerkstelligt Pop und Electro zu einer spannenden Melange werden zu lassen. File under: einfach schön!

Anspieltipps:

  • Headcage
  • Earthforms
  • Fighting Is Futile
  • Ahead Of Myself
  • Get The Rhyme Right

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