Scams - Add And Subtract - Cover
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Scams Add And Subtract


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Indie-Rock lebt. Referenzinterpreten und Eigenständigkeit reichen sich die Hände.

Die Scams kommen aus Nordengland und wurden mit ihrem Debüt „Rewrite Fiction” kaum wahrgenommen. Bruder Indie-Rock ist in die Jahre gekommen und alles andere als der letzte Schrei, die Zeiten von The Strokes, The Libertines, Franz Ferdinand etc. sind zwar nicht vorbei, der Zenit jedoch ist längst überschritten. Wer dem Hype folgt, lässt genannte Bands links liegen, nicht so der Musikliebhaber, der Qualitätsmaßstäbe ansetzt. Und Qualität hatte das Debüt der Scams allemal, was auch für den Nachfolger gilt.

Andy Morgan (Gesang, Gitarre, Keyboard), Jamie MacNeal (Gitarre, Gesang), Adam Fenwick (Bass, Gesang) und Chris Burgess (Drums, Gesang) stellten sich der Aufgabe des zweiten Albums und unterstreichen damit, dass der Indie-Rock lebt. Wobei gegenüber dem Debüt das Songwriting und die Melodien vertrackter daherkommen. Vom Math-Rock will man noch nicht sprechen, dafür haben die Songs einfach zu viel Soul, ein Begriff, der in diesem Kontext mit Leidenschaft oder Herzblut übersetzt werden sollte. Dennoch sind die Unterschiede gegenüber ihren frühen Songs herauszuhören.

Zum Auftakt rifft und rockt „Be A Gentleman“, pendelt geschickt zwischen leise und laut, während auf dem folgenden „Colouring“ die Dramatik hervorgehoben wird. Die leiseren Töne werden auf „Pyramids“ angeschlagen. Als Einflüsse nennen die Scams The Cure, Marvin Gaye, Michael Jackson, Destiny’s Child, King Crimson, Underworld, Weezer und einige andere. Außerdem bringt das Info The Police ins Spiel und hat damit vollkommen Recht. Das lässt sich immer wieder am flexiblen Schlagzeugspiel, dem pumpend-schreitenden Bass, den metallisch-glänzenden E-Gitarren, selbst an der Stimme Andy Morgans und nicht zuletzt am Songwriting festmachen.

Dabei bewahren sie immer ihr eigenes Gesicht, lassen mal an Vampire Weekend (die Gitarren auf „Lifeboat“), mal an die Foals („It’s War“) oder mit „Sound And Vision“ an David Bowie (keine Coverversion des Thin White Duke) denken. Eine Art Police-Pseudo-Reggae ist „Jessica’s Drawn That Way“, das leichtfüßig und heavy-rockend zugleich durch die Gegend hüpft. Trotz der aufblitzenden Vergleiche verstehen es die Scams kompakt und nach sich selbst zu klingen, auch ein Verdienst des Produzenten Johann Scheerer (1000 Robota, Karamel, Krakow Loves Adana, Stella) und von Matt Wignall, der „Add And Subtract“ in Los Angeles abgemischt hat.

Anspieltipps:

  • Be A Gentleman
  • Lifeboat
  • Jessica’s Drawn That Way
  • Sound And Vision

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