The Raveonettes - Observator - Cover
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The Raveonettes Observator


  • Label: Beat Dies/ALIVE
  • Laufzeit: 31 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Diesmal zu viel Kitsch. Die ambivalenten Raveonettes verspielen sich in romantische Harmlosigkeit.

Kurzes Album, kurzes Urteil: Das sechste Raveonettes Studioalbum ist mau, medioker, uninspiriert und ihr wahrscheinlich schwächstes.

Wer das in die USA ausgewanderte Dänen-Duo noch nicht kennt: Schon immer wankten Sune Rose Wagner und Sharin Foo zwischen tollem Noise-übersteuerten Garage-Rock und melodiösen Pop-Harmlosigkeiten eines Teenagers in love. Plüsch meets Krach, irgendwie. Und oft sind dabei ambivalente, aber auch höchst eindrucksvolle Werke herausgekommen (In And Out Of Control etwa, aber vor allem Lust Lust Lust und Pretty In Black).

Einzig „Sinking With The Sun“ und „Downtown” wissen zu überzeugen, ansonsten dominiert dieses Mal deutlich die Belanglosigkeit verklärender Westküstenromantik kalifornischen Stils. Wagner, der New York sein zu Hause nennt, und Foo, die in Los Angeles lebt, haben sich diesmal in L.A. eingefunden, Wagners letztes Jahr war eher beschwerlich aufgrund hartnäckiger Rückenprobleme, die einen konsequenten Lebenswandel und längere Bühnenabstinenz zur Folge hatten. L.A. und sein Pazifik waren Wagners Kurort.

Vielleicht waren die Sonnenuntergänge allzu romantisch, jedenfalls sind viele Momente des Kitsch und der Süße nicht zu ertragen („Curse The Night“, „She Owns The Streets“), auch wenn das Surf-Gitarren-Spiel Wagners an vielen Stellen entschädigt („You Hit Me (I'm Down)“). Aber das die Gitarren-Arbeit formidabel und das Pfeffer im Sound der Raveonettes ist, ist inzwischen hinlänglich bekannt und erwartbar.

The Raveonettes, durch ihre ewige Mischung aus Noise und Pop eine fiebrig-intensive Live-Band, können es besser. Immerhin ist ein neues Album immer eine Gelegenheit auf bei dieser Band uneingeschränkten Konzertgenuss.

Anspieltipps:

  • Sinking With The Sun
  • Downtown

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