Dave Stewart - The Ringmaster General - Cover
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Dave Stewart The Ringmaster General


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Ringmaster General“ bietet keine Wunderdinge, aber einen durchaus gelungenen „Country, Blues, Rock und Rhythm & Blues“-Ausritt.

Obwohl Dave Stewart (59) gemeinhin als Arbeitstier unter den Popmusikern gilt, war sein letztjähriges Studioalbum „The Blackbird Diaries“ (06/2011) tatsächlich sein erstes Soloalbum seit dem 1998er Werk „Sly-Fi“ (10/1998). Doch wer jetzt gedacht hat, dass der vielbeschäftige Musiker, Produzent und Songwriter wieder eine so lange Zeitstrecke für ein Soloalbum benötigen würde, darf sich mit der Veröffentlichung von „The Ringmaster General“ positiv überrascht sehen.

Dave Stewart buchte wiederum John McBrides Blackbird Studio in der amerikanischen Country-Hochburg Nashville und holte sich mit Orianthi, Joss Stone, Diane Birch, Alison Krauss und Jesse Baylin ausnahmslos weibliche Gaststars dazu. Als Studioband agierten Gitarrist Tom Bukovac, Schlagzeuger Chad Cromwell, Bassist Michael Rhodes, Gitarrist Dan Dugmore sowie Mike Rojas am Klavier, die die elf Songs aus der Feder Stewarts in ein Klanggebilde aus Country, Blues, Rock und Rhythm & Blues einbrachten.

Wer jetzt den Eintrag „Pop“ vermisst, liegt richtig! Denn Dave Stewart bewegt sich auf „The Ringmaster General“ ausschließlich in uramerikanischen Genrewelten und schafft dies zusammen mit den beteiligten Studiomusikern überaus authentisch. Angefangen beim lärmenden Bluesrocker „I got love“ zusammen mit Joss Stone über den feinen Singalong „Just another fall“ mit Diane Birch bis hin zur Countryballade „A different man now“ bedient Stewart den Hörer durchaus stilvoll mit seiner Sicht von „all american music“. Dass Popfans dabei nicht unbedingt Hurra schreien, liegt auf der Hand.

Wenn Stewart zum Beispiel zusammen mit Alison Krauss zu rührigen Streichern und einer weinenden Steel-Gitarre auf die Tränendrüse drückt („Drowning in the blues“), ist der Grat zwischen einer wunderschönen Melodie und großem Kitsch sehr klein. Und wenn die 27jährige australische Gitarristin Orianthi (Prince, Michael Jackson, ZZ Top, Alice Cooper) in „Girl in a catsuit“ die Skalen rauf und runter schrubbt, dann ist das zwar auf der einen Seite cool, aber auch sehr speziell, zumal im darauffolgenden „Slow motion addict no. 2“ ganz dramatisch an der Temposchraube gedreht wird und ein abrupter Stillstand einsetzt.

Sofern der Hörer keine Wunderdinge von „The Ringmaster General“ erwartet, ist das Album ein durchaus gelungener „Country, Blues, Rock und Rhythm & Blues“-Ausritt. Sprich: Es erwarten einen keine Sternstunden der Songwriterkunst, aber dafür äußerst solide Songs, die Mr. Stewart wie zu erwarten als einen der nachhaltigsten europäischen Songschreiber bestätigen.

Anspieltipps:

  • Girl in a catsuit
  • Story of success
  • A different man now
  • Drowning in the blues

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