The Killers - Battle Born - Cover
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The Killers Battle Born


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Solide Arbeit, die die hohen Erwartungen allerdings nicht vollends erfüllen kann.

Befeuert von der Dauerbrenner-Hitsingle „Human” landeten The Killers mit dem Longplayer „Day And Age“ (11/2008) erneut einen Welthit, der die Verkaufszahlen ihrer nun drei Studioalben auf über 15 Millionen Einheiten hochschraubte. Dieser Erfolg brachte allerdings auch negative Elemente mit sich. So fühlte sich die Band nach den endlosen Tourneen zu ihren Alben erstmals ausgebrannt und verordnete sich eine Pause voneinander, die drei von vier Bandmitgliedern (Brandon Flowers, Mark Stoermer und Ronnie Vannucci) für Soloprojekte nutzten.

Erst im Mai 2011 nahm das Quartett im bandeigenen Aufnahmestudio in Las Vegas die Arbeit an seinem vierten Studioalbum auf, stückelte den Entstehungsprozess aber in mehrere Etappen, die von sage und schreibe fünf verschiedenen Produzenten – Daniel Lanois, Steve Lillywhite, Damian Taylor, Stuart Price und Brendan O’Brien – betreut wurden. Oha! Denn wer einen aufmerksamen Blick in die Geschichtsbücher der Pop- und Rockmusik wirft, wird feststellen, dass der exzessive Einsatz unterschiedlicher Top-Produzenten selten homogene Alben hervorgebracht hat, da alle irgendwie ihr eigenes Süppchen zu kochen versuchen.

Diese Vorgehensweise dürfte den eigenen Ansprüchen der Band geschuldet sein, die sich inzwischen als großer Stadionrockact versteht und mit jedem einzelnen Song das ganz große Publikum anzusprechen versucht. Deshalb ist der Sound der Killers im Laufe der Jahre immer poppiger geworden und Hymnen wie der Opener „Flesh and bone“ an der Tagesordnung. Dass The Killers dabei ebenso wie Muse, The Darkness oder auch Lady Gaga (!) bei ihrem Songwriting eine Band wie Queen im Auge (bzw. im Ohr) haben, ist eine Entwicklung, die vor (sagen wir mal) zehn Jahren noch nicht abzusehen war. Galten Queen doch als Inbegriff des abgehobenen, verkopften Glam-Rock. Doch plötzlich ist genau dieser Stil hoffähig, wenn auch weiterhin nicht beliebt bei den Kritikern.

The Killers schert das kaum. Sie treiben auf der Suche nach den Megamelodien Getier wie Meat Loaf („The way it was“), U2 („The rising tide“) oder auch Joy Division („A matter of time“) durchs Dorf und polarisieren ganz bewusst mit Pathos („Deadlines and commitments“, „Heart of a girl“, „Be still“), Bombast („Runaways“) und synthetischen Klangflächen („Here with me“, „Battle born“). Das ist gewagt und geschieht auch auf die Gefahr hin, temporär ins Schlagerfach abzudriften („From here on out“), ist aber grundsätzlich nicht schlecht. Nur eben nicht mit der bestechenden Songwriter-Qualität der vorangegangenen Alben gesegnet. Deshalb ist „Battle Born“ noch lange kein Flop, aber eben auch kein Werk, das die hohen Erwartungen problemlos erfüllen kann.

Anspieltipps:

  • Be still
  • Battle born
  • Here with me
  • Flesh and bone

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