Ektomorf - Black Flag - Cover
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Ektomorf Black Flag


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wiedergutmachung nach Puszta Art: Ektomorf machen einfach weiter, wo sie vor dem überflüssigen „The Acoustic“ aufgehört haben.

„Quo vadis, Ektomorf?“ durfte man zurecht nach der in akustisches Gitarrengeklimper und seichtem Alternative Rock-Geblubber getauchten Bauchlandung vom Februar diesen Jahres fragen, traten Samtstimme Zoltan Farkas (Gesang, Gitarre) und sein zu dieser Zeit zu einem Streichelzoo verkommenes Abrisskommando, bestehend aus Tamas Schrottner (Gitarre), Szabolcs Murvai (Bass) und Robert Jaksa (Schlagzeug), mit den nett gemeinten, aber völlig belanglosen Neufassungen nicht einmal annähernd aus dem Schatten der zugrunde liegenden Kompositionen. Umso mehr freut es, dass die ungarischen Thrasher nur ein paar Monate später verlorenen Boden gut machen wollen und mit „Black Flag“ zum Angriff blasen.

Den Karren aus dem Dreck ziehen Ektomorf damit aber noch lange nicht, denn wer als Entschädigung stumpf auf das Reißbrett gafft und eine austauschbare Nummer an die nächste reiht, der sollte wohl besser schleunigst das Weite suchen. Nun gut, so schlimm steht es um das achte, reguläre und nicht (halb-)akustisch eingespielte Studioalbum zwar nicht, viel Neues braucht der geneigte Käufer jedoch nicht erwarten. Farkas schreit wie eh und je mit ein paar Schlachtrufen sein Mikrophon nieder und darf es sogar ein ums andere Mal zärtlich liebkosen („Unscarred“, „Private hell“), während die restliche Truppe entweder stur den nächstgelegenen Wald als rücksichtloser Thrashhammer planiert („The cross“, „Cut it out“, „Never surrender“) oder die groovende Dampfwalze mimt und alles plättet, was sich ihr in den Weg stellt („Sick love“, „War is my way“).

Große Unterschiede zu früheren Veröffentlichungen müssen mit der Lupe gesucht werden und wer noch nie mit dem brachialen Kompositionen der Ungarn etwas anfangen konnte, wird selbst nach einem Livekiller wie dem Titeltrack, wuchtigem Geprügel aus der Motörhead-Ecke („Fuck your god“) und einem gelungenen Foo Fighters-Cover („The pretender“) nicht mit den Jungs warm werden. Somit bleibt alles beim Alten und Ektomorf wandern von einem vortrefflichen Sepultura/ Soulfly-Ripoff immer mehr aufs Abstellgleis, wo sie selbst brisante Themen wie verurteilte Sexualstraftäter trotz in die Magengrube schlagender Umsetzung und eindeutiger Message („Kill you and burn your body“) nicht mehr retten werden. Bald wird nämlich einfach niemand mehr zuhören.

Anspieltipps:

  • Kill It
  • Private Hell
  • The Pretender
  • Fuck Your God

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