Sonata Arctica - Ecliptica - Cover
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Sonata Arctica Ecliptica


  • Label: Century Media/SPV
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Debüt der Finnen ist ein Paradebeispiel des „neuen“ Power Metals um die Jahrtausendwende.

Ende der 90er-Jahre stand der Power Metal unter einem neu erglühten Stern. Alte Heroen, die eigentlich nie weg waren, meldeten sich lautstark zurück. Neue Bands, besonders aus Finnland, Deutschland, Spanien und Italien, brachten das Genre auf ein neues Level und/oder prägten es zumindest so, dass aus den ursprünglichen Ideen neue entstanden. Ein Vertreter der „jungen Wilden“ sind da Sonata Arctica. Die finnischen Buben drücken im Jahr ihres Erstlings „Ecliptica“ noch eifrig die Schulbank oder bereiten sich auf ihren Zivildienst vor. Band und Schulstress lassen sich nur schwer vereinbaren. Dass Sonata Arctica mal der Hauptjob der Jungs werden soll, dachte 1999 noch niemand.

Aber so kam es! „Ecliptica“ fängt da an, wo die Reise mit „Reckoning Night“ ihren Höhepunkt finden soll. Und es ist zweifelsohne der Grundstein des eigenen Stils, der auch noch latent auf Werken wie „The Days Of Grays“ und „Stones Grow Her Name“ mit den Versuchen einer vermeintlichen Weiterentwicklung immer wieder versuchen sollte sich selbst zu offenbaren. „Ecliptica“ ist dabei eines der Alben, die zum Anfang des neuen Jahrhunderts klar eine Richtung im Power Metal eingeschlagen hat, der eine neue Stilprägung in der Spielart des Subgenres etablieren konnte. Viel hörte sich wie Helloween und Stratovarius an, aber hinter der Fassade werkelten Sänger und Hauptsongwriter Tony Kakko und seine Mannschaft an etwas Eigenem.

Als solches ist „Ecliptica“ noch sehr zaghaft und vorsichtig, weiß aber genau, wie man das Genre zu spielen hat. Ultraschnelle Nummern wie „Blank File“, das großartige „Kingdom For A Heart“, „UnOpened“ oder „Picturing The Past“ lassen Gitarre und Keyboard um die Vorherrschaft streiten. Die Verspieltheit der Band zeigt sich in diesen schnellen Nummern sehr stark, ist aber im Vergleich zu den noch folgenden Alben sehr viel roher und ungeschliffener. Die immer größer werdende Fanschar lernte Sonata Arctica für solche Songs lieben. „My Land“ und „FullMoon“ stellen leicht progressive Ausschweifungen dar, die das Songwriting aber stets im Auge behalten, während „Letter To Dana“ und das sich zum Liveliebling entwickelte „Replica“ frühe Beweise sind, dass Sonata Arctica großartige (Power-)Balladen schreiben können. Hie und da blitzt sogar ein Hauch AOR durch...

Als Debüt ebnete „Ecliptica“ der Band den Weg. Viel ist noch ausbaufähig, aber gerade deshalb so charmant und ehrlich. Und trotz der Tatsache, dass die Gruppe sich dem melodischen Power Metal mit all seinen Stilelementen verschrieben hat, ist immer ein leicht popiger Unterton präsent, mit dem man auch die behütete Nachbarstochter in das Faszinosum Metal einführen konnte. Ob nun als Einstiegsband oder nicht mehr wegzudenkender Vertreter der finnischen Power Metal Schule: Sonata Arctica prophezeien, was in den Folgejahren noch auf die Metalwelt abgelassen werden sollte und liefern ein klasse Erstling ab.

Anspieltipps:

  • Blank File
  • My Land
  • Kingdom For A Heart
  • FullMoon
  • Letter To Dana

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