Sonata Arctica - Silence - Cover
Große Ansicht

Sonata Arctica Silence


  • Label: Century Media/SPV
  • Laufzeit: 62 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Spielfreude, Power und Komplexität gehen bei diesem Fanliebling eine unwiderstehliche Symbiose ein.

Nach „Ecliptica“ melden sich Sonata Arctica sichtlich bzw. hörbar gestärkt mit ihrem Nachfolgealbum zurück. Dieses schlicht als „Silence“ titulierte Machwerk eroberte die Herzen ihrer Fans im Sturm und sorgte erstmals richtig für die Aufmerksamkeit in der Fachpresse und bei Metalern, die bislang noch keine Berührungen mit der Band hatten. Letztendlich ist es „Silence“, welches den Hörerkreis der Band erweiterte und die jungen Herren aus dem finnischen Kemi schließlich um den ganzen Erdball ihr Material spielen lassen konnte. Vielleicht ist dieser Longplayer ihr eigentliches Debüt. Schon alleine weil Sonata Arctica ihren Stil mittlerweile derart von Haupteinflüssen diverser Genregrößen befreit haben, dass sie zu einer absolut eigenständigen Band geworden sind. Der Sound aller noch kommen sollender Alben, wurde von ihrem 1999 erschienenem Erstling geprägt, kriegt aber erst 2001 mit dem Nachfolger eine hieb- und stichfeste Basis.

Mit dem Intro „...Of Silence“ wird direkt viel Spannung und Atmosphäre aufgebaut, die sich im eigentlichen Opener „Weballergy“ entlädt. Der Power Metal Kracher behandelt nach „Blank File“ vom Debütalbum die Gefahren des Internets. „You cannot see the real thing underneath. Naked truth revealed“ heißt es da. Alles im Jahre 2001 (respektive 1999) und Pre-Facebook wohlgemerkt. Ein Schelm, wer da Böses denkt...

Dennoch ist „Weballergy“ einer der unspektakulären Songs. Das folgende „False News Travel Fast“ legt die Messlatte gleich ein wenig höher und verblüfft mit sphärischem Keyboardspiel und einem progressiven Aufbau. Der Song entpuppt sich als echter Ohrwurm und ist hinsichtlich noch kommender Alben der Band ein perfekter Kompromiss zwischen Power und Progressivität. Neben den schnellen Nummern wie „Black Sheep“, „San Sebastian“ sowie den sehr metallischen „Land Of The Free“ (nicht zu verwechseln mit Gamma Rays gleichnamigen Album und Song) und „Wolf & Raven“ (Growls inklusive), verblüfft besonders der ausschweifend balladeske Teil des Albums. Während „Tallulah“ die Kitschgrenze sowohl musikalisch als auch lyrisch überschreitet und „Last Drop Falls“ leicht an jener vorbeischlittert, ist das melancholische und nachdenkliche „Sing In Silence“ ohne Frage einer der besten Songs, die die Band jemals geschrieben hat. Lediglich die bei Fans der Band und selbst darüber hinaus beliebten „The End Of This Chapter“ und „The Power Of One“ können da noch eine Schippe drauflegen. Ebenfalls höchstens als Powerballaden konzipiert, entwickeln sich beide Kompositionen zu der Quintessenz des Albums und wissen durch Bombast und Progressivität zu überzeugen.

„Silence“ ist mit Recht eines der beliebtesten und bekanntesten Machwerke Sonata Arcticas. Nach dem noch sehr rohen „Ecliptica“ bauen die Finnen ihren Stil aus und entwickeln ihn klar weiter. Wer auf einen flinken, melodischen Power Metal steht, bei dem das Keyboard mehr Platz eingeräumt bekommt als bei so manch anderer Band, kommt um „Silence“ kaum herum. Die Masse an interessanten Ideen, gutem Songwriting und einem Gespür für mitreißende Hooklines tun ihr Übriges. Definitiv empfehlenswert!

Anspieltipps:

  • False News Travel Fast
  • The End Of This Chapter
  • Last Drop Falls
  • Sing In Silence
  • Wolf & Raven
  • The Power Of One

Neue Kritiken im Genre „Power Metal“
7/10

Riding The Storm: The Very Best Of The Noise Years 1983-1995
  • 2016    
8/10

Ride The Sky: The Very Best Of 1985-1998
  • 2016    
Diskutiere über „Sonata Arctica“
comments powered by Disqus