Sonata Arctica - Winterheart´s Guild - Cover
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Sonata Arctica Winterheart´s Guild


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sonata Arctica spielen auf hohem Niveau aber leicht routiniert und präsentieren ihr „Winterheart's Guild“ als eine Art Übergangsalbum.

Das dritte Album ist bekanntlich immer das schwerste und so müssen sich auch Sonata Arctica etwas einfallen lassen, um es mit einem Knall auf die Welt loszulassen. Erstmal die unverblümte Wahrheit: „Winterheart's Guild“ ist sicherlich nicht das geworden, was man als „drittes Album“ versteht. Weder künstlerisch setzen die Finnen Akzente, noch bleibt der absolute kommerzielle Durchbruch - sieht man ein mal von ihrer Heimat ab - aus. Dennoch ist „Winterheart's Guild“ ein wichtiges Album geworden. Es schlägt die Brücke zwischen den „alten“ und „neuen“ Sonata Arctica hin zu ihrem Schaffenszenit.

Im Kontrast zu den Openern auf „Silence“, „Ecliptica“ oder dem Nachfolger „Reckoning Night“ ist „Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited“ eher komplexer und weniger eingängig. Das durchaus vorhandene Power Metal Schema blitzt zwar zweifelsohne auf, lässt aber keine Zweifel, dass die Startlinie des Albums auf eine eher progressivere Strecke führen soll. Und so kommt es auch. „Gravenimage“ ist die wohl interessanteste und ohne Wenn und Aber beste Komposition auf „Winterheart's Guild“. Der Wechsel von einer todtraurigen Ballade zu einem schnellen Metalkracher und schließlich wieder zurück erfolgt ebenso unverhofft wie aber auch absolut natürlich und hinterlässt nichts als pure Magie.

Mit „The Cage“ und „Victoria's Secret“ feiern Sonata Arctica schließlich das ab, was sie am besten können: Up-Tempo Kracher mit Hauptaugenmerk auf tolle Melodien, die den Serotoninspiegel hochschnellen lassen. Ähnlich verhält es sich mit dem abgefahrenen „Champagne Bath“, ein kauziger Experimental-/Power Metal-Hybrid, dessen Grundidee auf „Cinderblox“ von „Stones Grow Her Name“ wieder verwendet werden soll. „The Cage“, die Single „Broken“ sowie das klar als Höhepunkt angelegte und seine eigenen hohen Ziele leicht verfehlende „The Ruins Of My Life“ bewegen sich zwischen nett und unspektakulär. Ebenso verhält es sich mit der Ballade „The Misery“, die zwar zum Sterben schön daher kommt, die Gehörgänge aber mit arg viel Zuckerguss zukleistert. Interessanter ist da sicherlich „Draw Me“, das Schlusslicht des Albums. Von rein akustisch steigert man sich zu bombastisch-opulent und überzeugt mit einer der am unterbewertetsten Kompositionen der Band.

Im Gegensatz zu seinen zwei Vorgängern und dem Nachfolger erscheint „Winterheart's Guild“ als weniger rund und stimmig und ist am ehesten als Übergangsalbum zwischen „Silence“ und „Reckoning Night“ zu betrachten. Als Ruhe vor dem Sturm taugt das Album aber allemal. Schon deshalb, weil Totalausfälle praktisch nicht gegeben und einige Tracks absolute Kracher sind. Fans sollten sich das Teil dennoch, falls sie es nicht ohnehin schon getan haben, zulegen.

Anspieltipps:

  • Gravenimage
  • The Cage
  • Victoria's Secret
  • Champagne Bath
  • Draw Me

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