Eluveitie - The Early Years - Cover
Große Ansicht

Eluveitie The Early Years


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 73 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Everything remains as it never was? Eluveitie beglücken die Fans endlich mit der Postproduktion ihrer ersten zwei Releases.

Die Schweizer (bzw. Helveten wenn man so will) von Eluveitie konnten sich in ihrer bisherigen Schaffenszeit nicht nur eine beachtliche Fanbase erspielen, sondern gehören ohne Zweifel zu den produktivsten Bands ihrer Zeit und ihres Genres. Die zwei Mädels und sechs Jungs veröffentlichten seit ihrer Gründung im Jahre 2002 fünf Studioalben, die ein oder andere EP sowie ein Livealbum. Grund genug also zum Jubiläum für die Vertreter der selbst erfundenen „NwoFm“ (New wave of Folk metal) den Anhängern ein besonderes Bonbon zu bieten.

Anstatt eine einfache Best-Of auf den Markt zu werfen, entschied man sich für eine weitaus sinnvollere und klügere Idee. „The Early Years“ ist eine Wiederveröffentlichung von Eluveities Debüt-EP „Vên“ sowie dem 2006 erschienenen Alben-Erstling „Spirit“. Entgegen Ausverkaufsvorwürfen ist klar zu sagen, dass sowohl die EP trotz zweifachem Re-Release in den Jahren 2004 und 2008 vergriffen und auch „Spirit“ nur schwer zu bekommen ist. Zudem gönnte man beiden Veröffentlichungen eine kleine Frischzellenkur. Alle 17 Kompositionen wurden komplett neu eingespielt und aufgenommen. Die klanglichen Unterschiede sind im direkten Vergleich zu den ursprünglichen Releases enorm. Es ist fast schon eine Schande, dass beide Scheiben erst jetzt ihr Revival bekommen. Besonders das sehr auf Folk fokussierte „Vên“ blüht durch die glasklare Produktion im Nachhinein nochmal richtig auf und kommt zu später Ehre.

Musikalisch gibt es genau das auf die Ohren, was Eluveitie seit jeher am besten können: Melodic Death Metal mit hohem Folk-Anteil. Dabei sind die Eidgenossen noch lange nicht bei dem fast schon modernen Viking Metal Sound wie man ihn auf Alben wie „Everything Remains As It Never Was“ oder „Evocation I: The Arcane Dominion“ findet angelangt, sondern entdecken gerade die Grenzen und Möglichkeiten der musikalischen Folklore. Sowohl „Vên“ als auch „Spirit“ schlagen in eine ähnliche Kerbe. Eluveitie zeigen Mut für Experimente. So verweisen „Lament“, „Uis Elveti“, „Tegernako“ oder „The Song Of Life“ stark auf die Spanier Mägo de Oz (natürlich ohne der spanischen Sprache und mit etwas mehr Death Metal), während man sich bei „Siraxta“ oder „The Endless Knot“ an Cruachan, Falkenbach oder sogar den großen Pionieren von Skyclad erinnert fühlt. Auf zwei Tonträgern beweist die Band, dass sie schon früh darauf Wert legte möglichst eigenständig zu klingen. So besticht nicht nur jeder Song damit, dass jedes der zeittypischen Instrumente (z.B. Drehleier, Gaita, Bodhrán) wie immer handwerklich überzeugend eingespielt und -bettet wurde, sondern auch, dass der Gebrauch der Gallischen Sprache nach wie vor eine kleine Innovation im Metal ist.

Fans, die also die ursprünglichen Outputs nicht erstehen konnten, weil sie Eluveitie erst später kennen lernten und/oder einfach keine Kopie fanden, greifen bedenkenlos zu und bekommen gleich beide Scheibchen kompakt als Doppel-CD. Aber auch Freunde von Mittelalter Rock und Metal werden mit „Vên“ und „Spirit“ wahrscheinlich mehr Freude haben, als am sehr metallischen „Helvetios“.

Anspieltipps:

  • Lament
  • Uis Elveti
  • The Song Of Life
  • The Endless Knot

Neue Kritiken im Genre „Pagan Metal“
8.5/10

Where Greater Men Have Fallen
  • 2014    
Diskutiere über „Eluveitie“
comments powered by Disqus