Hellwell - Beyond The Boundaries Of Sin - Cover
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Hellwell Beyond The Boundaries Of Sin


  • Label: High Roller Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Kraftfutter für ausgehungerte Fans vom Frühwerk Manilla Roads.

Über Sinn und Unsinn von Soloausflügen bekannter Musiker und Sänger ließe sich lange streiten. Möchte man nebenbei ein Paar Mark mehr verdienen oder sich abseits der Hauptband künstlerisch ausleben? Mark Shelton, seines Zeichens Sänger der legendären US-Power Metaler Manilla Road, lässt sich zumindest in diesen beiden Kategorien nur schwer oder gar nicht einordnen. Zum einen ist sein erstes Soloalbum eigentlich gar keins oder zumindest nichts sein eigenes, da es nach dem Keyboarder E.C. Hellwell benannt ist, der auch schon zusammen mit ihm die Tasten malträtierten durfte. Zum anderen ist „Beyond The Boundaries Of Sins“ ganz klar Special Interest, mehr Special Interest als Manilla Road, um genau zu sein. Und um auch die Frage nach künstlerischem Fremdgehen zu beantworten: Hellwells Erstling könnte genauso gut auch als 16. Album der Hauptband Mark Sheltons durchgehen. Dieser färbt die sieben Songs auf „Beyond The Boundaries Of Sins“ jedenfalls dermaßen mit seinem unverkennbaren Organ, dass er zum klaren Protagonisten wird.

Wer Manilla Road also kennt und mag, wird sich sofort heimisch fühlen und kriegt eine dreiviertel Stunde feinstes Epic Metal Gedresche nach Art des Hauses. Alle Kompositionen legen viel Wert auf eine schaurige und unheimliche Atmosphäre und sind aufgrund der gelungenen Harmonie von Gesang, Keyboard und knallhartem Riffing angenehm tight. Ob nun von Hammondorgel und leichtem (nicht kitschigem!) Bombast getragene Mid-Tempo Nummern wie „The Strange Case Of Dr. Henry Howard Holmes“ ound „Keepers Of The Devils Inn“ oder schrammelige Erinnerungsfetzen an Manilla Road zu Zeiten wie „Crystal Logic“ oder „The Deluge“ (hier in Form der Tracks „Deadly Nightshade“ und dem Longtrack und Rausschmeisser „Acheronomicon III: End Of Days“): Helwell ist ein neues Bandprojekt, das sich aufgrund seiner Hauptband absolut stilsicher gibt.

„Beyond The Boundaries Of Sin“ sowie Hellwell als Projekt selbst entpuppen sich als absolute und unerwartete Überraschung. Mit roher Energie, vielen ungeschliffenen Ecken und Kanten, aber auch einer Menge Anmut kopieren sie den immer noch einzigartigen Charakter der Stammband nicht, sondern entdecken diesen zurück. Alle Fans, die die neue Ausrichtung Manilla Roads nicht wirklich begrüßen konnten, kommen an Hellwell kaum vorbei. Shelton und seine Crew lehnen den „sauberen“, auf Hochglanz polierten Sound mit Genuss ab und haben ganz klar ihre Nische gefunden.

Anspieltipps:

  • Eaters Of The Dead
  • Keepers Of The Devils Inn
  • Deadly Nightshade
  • Acheronomicon III: End Of Days

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