Two Door Cinema Club - Beacon - Cover
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Two Door Cinema Club Beacon


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht alles ist anders, aber die Grundstimmung hat sich verändert. Die Nordiren versuchen es auf ihrem zweiten Album mit tiefgründigeren Themen.

Eigentlich ist es immer dasselbe. Eine bis dato völlig unbekannte, kleine Band (in diesem Falle wäre das Two Door Cinema Club) tritt bei einem berühmten, großen Festival auf und schafft es, Massen zu begeistern. Kurze Zeit später veröffentlicht die Band ihr Debütalbum (in unserem Beispiel also Tour History), das dann urplötzlich statt kleinen Kreisen ganz große Wellen schlägt. Der Damm ist gebrochen, eine Fangemeinde geschaffen. Für die Musiker beginnt ein neues, anderes Leben. Circa zwei Jahre später folgt die erste große Hürde: das berüchtigte zweite Album steht an.

Die Jungs von Two Door Cinema Club haben es sich dabei nicht einfach gemacht, obwohl man ihnen zunächst keinen Vorwurf machen kann. Um sich voll auf die Musik konzentrieren zu können, brachen Alex Trimble, Sam Halliday und Kevin Baird ihr Studium ab, noch bevor sie den Plattenvertrag für ihr erstes Album in der Tasche hatten. Für ihr zweites Werk ließen sie sich entsprechend Zeit, nicht zu viel, aber eben genug, um an das viel gefeierte Debüt mit einem würdigen Nachfolger anzuknüpfen.

Und eigentlich fängt alles auch ganz viel versprechend an. Der erste Titel auf der Platte, „Next year“ hat den typischen Gute-Laune-Beat, ein bisschen Elektro und überzeugt durch die mitreißenden Gitarrenklänge, für die man die nordirische Gruppe so liebt. Auch Lied Nummer zwei („Handshake“) und fünf („Someday“) können hier durchaus mithalten. Sie sind melodisch, eingängig, aber Indie-Rock genug, um sich vom normalen Mainstream abzugrenzen.

Tatsächlich sind die Songs nicht unbedingt schlechter als die auf der ersten Platte. Das Problem liegt im wahrsten Sinne des Wortes in der Tiefe, denn „tiefgründiger“ und „reifer“ sollte das Album sein. Damit lag schon vor Veröffentlichung die Frage in der Luft, ob es diesmal automatisch eine Nummer düsterer zugehen würde. Die erste Single-Auskoppelung bestätigt diese Vermutung. „Sleep alone“ ist nicht traurig, aber eben auch nicht ganz so gewohnt fröhlich. Von dieser Sorte gibt es auf „Beacon“ noch einige andere Lieder. Eine unbekannte Mischung aus einer handvoll Drama und ein bisschen mehr Ruhe macht den Gewissen Unterschied zwischen Nachfolger und Debut aus.

Two Door Cinema Club haben sich eben weiterentwickelt. Auch sind sie nicht planlos an ihre schwierige Aufgabe rangegangen, sondern haben sich namhafte Unterstützung geholt. Produzent ist Jacknife Lee, der bereits Snow Patrol, U2 und Bloc Party auf seiner Klientenliste stehen hat. Trotzdem gilt: hochgeschraubte Erwartungen sind für alle Nachkommen eines Debüts tödlich. Damit es Überlebende geben kann, sollte man die Erwartungen natürlich nicht ganz aufgeben. Doch im Falle „Beacon“ wäre es besser, sich einfach ganz neu auf die Band einlassen. Dann kommen die bereits erwähnten, guten Stücke und viele andere, durchaus schöne Lieder („The world is watching“, „Settle“, „Spring“) auch gebührend zum Tragen.

Anspieltipps:

  • Next year
  • Stare into the sun
  • The World is Watching
  • Settle

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