Sebastian Lind - I Will Follow - Cover
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Sebastian Lind I Will Follow


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Newcomer aus Skandinavien verpackt unaufdringliche Melancholie und Texte mit Tiefgang, verpackt in 12 atmosphärischen Stücken.

Sebastian Lind, ein junger Mann aus Dänemark, hat ein ganz bestimmtes Ziel: er will mit seiner Musik zum Denken und Fühlen anregen. Um das zu erreichen, bedient er sich seiner eigenen Philosophie, enormem Zeitvorrat und einer gehörigen Portion Melancholie.

So sympathisch der 23jährige Musiker scheint, so authentisch sind auch seine Texte. Sein Debütalbum nennt er neben ruhig und atmosphärisch, auch einfach „nackt“. Denn Sebastian entblößt in seinen Liedern sein Innerstes, kehrt sozusagen seine Seele nach außen. „Take of all your clothes“ fordert er in „Choose love“ auch von seinen Hörern. Dahinter steckt kaum eine sexuelle Anspielung als vielmehr der Aufruf, den eigenen Verstand zu öffnen. Dann kann es losgehen auf eine Reise, die für jeden Einzelnen an einen anderen Ort führen kann. Je nach dem, auf was man sich einlässt.

Denn ganz in der Musik des Dänen zu versinken, bedeutet auch, eine fast traurige Stimmung zuzulassen. Die Songs sind durchweg unaufdringlich, bewirken dennoch das Entstehen einer bestimmten Atmosphäre. Ein bisschen zu vergleichen mit einem kalten Wintertag, an dem man am liebsten mit einer Tasse Tee unter Decken verschwindet und über das Leben sinniert.

Sebastian verlässt sich bei „I will follow“ nicht auf die üblichen Singer/Songwriter-Komponenten. Eine Gitarre allein ist ihm zu wenig, ein bisschen Elektronik darf es auch sein. Überhaupt ist er eher unkonventionell in allem, was er tut. Er geht, wie er in „Around me“ ausgiebig beschreibt, seinen eigenen Weg. „If there is a god, then god is me“, singt der Skandinavier, der lieber Realist als Idealist sein will.

So sind seine Songs nicht einfach grau, auch sein schwarzes Albumcover, das er selbst gestaltet hat, weist auffallend bunte Farben auf, denn manchmal liegt der „Spaß nur unter einer Staubwolke“. Der Kreativprozess, den der Musiker so liebt, wird auf diesem Album auf den Hörer übertragen. Die Songs, deren Namen manchmal an Trojanische Pferde erinnern sollen, sind ebenso Interpretationssache, wie die Texte selbst.

Das bereits genannte „Choose love“ beispielsweise ist dem Namen zum Trotz kein Liebeslied. Oft bleibt dem Hörer selbst überlassen, die Lyrics auszulegen. Das funktioniert sicherlich nicht, wenn dieser sich gerade in Höchststimmung befindet. Für Liebhaber von Texten mit (verstecktem) Sinn und der Bereitschaft, sich ein bisschen Zeit zu nehmen, in jedem Fall ein tolles Album.

Anspieltipps:

  • Another you
  • Never let go
  • What are you waiting for
  • Choose love

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