Sean Rowe - The Salesman And The Shark - Cover
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Sean Rowe The Salesman And The Shark


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Feierlich, spirituell und geheimnisvoll. Die Magie und die Stimme. Die Poesie und die Songs.

Der Singer/Songwriter Sean Rowe debütierte 2003 mit „27”, dem das Album „Magic“ folgte, das in Europa 2011 erschien und hervorragende Kritiken erhielt. Rowe ist mit der Natur und der Musik gleichermaßen aufgewachsen und betreibt immer wieder Überlebenstraining in der Wildnis. Hierzu nimmt er folgendermaßen Stellung: „Schreiben ist für mich eine sehr einsame Erfahrung. Die Wildnis ist meine Heimat und mein Filter. Ich versuche damit auf etwas Größeres in meiner Musik Bezug zu nehmen, aber auf eine subtile Art und Weise.“

Nach der Veröffentlichung von „Magic“ auf dem Label Anti unternahm der Amerikaner den Support Act für Noah And The Whale auf einer erfolgreichen England Tour. Weitere Konzerttourneen folgten und schließlich fand der Künstler Zeit für neue Aufnahmen, die nun als „The Salesman And The Shark“ vorliegen. Das Werk entstand in den historischen Vox Recording Studios in Los Angeles, wo ausschließlich echte Instrumente verwendet wurden. Produziert hat Woody Jackson, der das Mischpult einsetzte, auf dem Rockklassiker wie „ 105521,Exile On Main Street“ von den Rolling Stones, „Electric Warrior“ von T. Rex, „Smile“ von den Beach Boys und einige andere entstanden sind.

Rowes neues Album bietet sowohl intime als auch epische Songs. Die Instrumentierung reicht demzufolge von sparsam bis orchestral. Der dramatische Opener „Bring Back The Night“ vereint beide Elemente mit weiblichen Chorstimmen, die den Kontrast zu Rowes Baritonstimme bilden. Auf „Flying“, „The Lonely Maze“ und „Old Shoes“ wird seine beeindruckende Stimme von atmosphärischen Gitarrenklängen und teils auch von den Chorstimmen umschmeichelt. Auf so kunstvoll arrangierte Kompositionen wie „Joe’s Cult“ und „Horses“ wäre auch ein Tom Waits stolz.

Ganz famos geriet „Signs“ mit simplen, dennoch nachhaltigen Akustikgitarren, die von vibrierenden Stromgitarren beleuchtet werden. Dazu das dezente, geheimnisvolle Schlagwerk, die weiblichen Chorstimmen und die gegen Ende heranschleichenden, warmen Orgelklänge. Mit ähnlichen Zutaten plus Piano wartet das poetische „Thunderbird“ auf. „The Wall“ lässt die Streicher wie einen sanften Wind hinwegziehen und Rowes Gesangspartnerin übernimmt den Part des Engels. Der finale „Long Way Home“ wird von Pianopoesie und dunklen Geigenklängen begleitet. Ist das schon Sean Rowes „Songs Of Love And Hate“-Album, das dunkle Zelebrieren eines Leonard Cohen?

Augenscheinlich bringt jeder Song seine Besonderheiten mit, die in der Summe ein Album ergeben, das einerseits auf einer nahezu feierlichen, manchmal spirituellen Ebene spielt, andererseits eindringlich, intim und geheimnisvoll daherkommt. Nicht zuletzt ist es wiederholt Rowes Stimme, die zu Herzen geht und berührt. Sein Bariton bereitet ein großes, dunkel-samtenes Bett, das den Zuhörer einlädt zu verweilen und darin Trost oder Beistand zu finden. „The Salesman And The Shark“ ist intimes wie episches Singer/Songwriter-Kino in kräftigen Schwarzweiß-Bildern. Da ist sie wieder: Die Magie und die Stimme! Die Poesie und die Songs!

Anspieltipps:

  • Flying
  • Signs
  • The Ballad Of Buttermilk Falls
  • Old Shoes
  • Thunderbird

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