Jon Lord - Concerto For Group And Orchestra - Cover
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Jon Lord Concerto For Group And Orchestra


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Als letztes Werk hinterlässt Rock-Legende Jon Lord ein Stück Pop-Kultur in Bestform!

Namen sind nur Schall und Rauch. Das letzte Album Jon Lords trägt weder einen echten Titel, noch haben die Titel ausgefallene Namen. Hier steht das Gehörte im Vordergrund und das kann sich sprichwörtlich hören lassen. Wenn Jugendliche und Junggebliebene Orchester aufsuchen und pfeifend und johlend applaudieren, dann hat das oft nur wenig mit Mozart und Konsorten zu tun. Das WDR Rundfunkorchester durfte inzwischen feststellen, dass solche Zuschauer mit solchen Reaktionen oft nur vorzufinden sind, wenn der Pop-Kultur Respekt gezollt wird. So gibt es selten so stürmische Begeisterung zu erfahren, als wenn Videospielgrößen wie „Final Fantasy“ und „Legend Of Zelda“ im klassischen Format dargeboten werden. Jon Lord gehört dieser Nische zwar nicht an, aber der Deep Purple-Veteran hat schon immer die Mischung aus Rock und Klassik gesucht und reißt damit genauso heftig mit.

„Concerto For Group And Orchestra“ ist ein Füllhorn an Pop-Kultur und verbindet typische Elemente der Rockmusik mit dem Grandeur von Orchestermusik. Dabei hören sich die Movements auf dem Album weniger nach hochgestochener, altbackener klassischer Musik an, als nach einem Film-Soundtrack. Vom gefühlvollen Streicherpart in majestätische Bläser und dann plötzlich von E-Orgel und E-Gitarre umgarnt, offenbart sich ein Potpourri aus Einflüssen, das jeden Geschmack trifft. Jon Lord ist kurz vor seinem Tod im Juni 2012 ein abwechslungsreiches Werk gelungen, welches problemlos verschiedene Stile miteinander vermischt und Klassik- wie auch Rock/Pop-Fans den Zugang zur gesamten Erfahrung möglich macht. Bei der Reihe von mitwirkenden Gästen stehen natürlich auch musicalartige Teile auf dem Programm, die zwar einen Streitpunkt darstellen, der Vielfalt aber noch mehr Zunder geben.

Das Wort Kopfkino beschreibt das Abenteuer des Concertos perfekt, denn jeder wird bei dieser Achterbahn an Einflüssen, Tempi und Stimmungen seine helle Freude haben. Spätestens der grandiose Abschluss „Movement Three“ lässt die Schlagzahl nach oben schnellen und lässt die meisten Soundtracks Hollywoods alt aussehen. Was hier in ein Stück gepackt wird, ist aller Ehren wert und ein letzter Meilenstein im Schaffen eines großen Musikers. Hoffentlich war sich Lord der Qualität seines letzten Schaffens bewusst. Viele andere Musiker werden in ihrer gesamten Laufbahn nicht so viel Potenzial und Ambition an den Tag legen, wie Jon Lord auf dieser Scheibe. Wer nicht schreiend wegrennt, wenn er ein Orchester sieht, der ist es sich schuldig, diesem Album eine Chance zu geben. Viel eher wird man keinen Zugang zu „klassischer“ Musik finden.

Anspieltipps:

  • Movement One
  • Movement Two
  • Movement Three

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