Zen Zebra - Awaystation - Cover
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Zen Zebra Awaystation


  • Label: Fourty Five Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Leipziger rocken freudvoll. Einzig der aufgeplusterte Gesang lässt Federn.

Zen Zebra aus Leipzig haben die Ehre, als erste Band neben den hauseigenen Blackmail bei 45 Records zu veröffentlichen und damit im Tonstudio von Produzent Kurt Ebelhäuser (u.a. Blackmail, Frau Potz, Donots, Long Distance Calling, Scumbucket) ihr Debüt „Awaystation“ gezimmert zu haben. Das Quintett beackert auf diesem mit Indie-Rock durchmischten Post-Hardcore der jüngeren Vergangenheit und schafft es, dem gewohnten Laut/Leise-Schema gekonnte instrumentale Abfahrten aufzudrücken. Handwerklich fehlt es an nichts, nur die eigene Note ist ein seltener Gast auf diesem Erstling.

Treibend und doch mit jazzigen Rhythmus-Eskapaden gesegnet setzt sich der Opener „Butterfly Skin“ samt schneidender Gitarren fest. Soweit alles im Rahmen und vor allem kernig rockend. Doch nicht nur bei diesem Stück driftet der Gesang von Marv Endt in spitze Töne ab, die schon im sogenannten True Metal eher belustigend als energisch sind und hier ärgerliche Züge annehmen. Voller Pathos leidet und sehnsüchtelt Marv in beängstigenden Stimmhöhen und raubt der musikalisch perfekt inszenierten Wucht, die in Verbindung mit ruhigen Momenten eine fesselnde Dynamik erzeugt, ihren endgültigen Funken. Dennoch bleiben Hits vom Schlage eines „The Hypnagogic State“, welches in den Strophen bedächtig groovt und den Refrain umso mehr in den Vordergrund rückt. Vor allem die Effekte auf den Gitarren und die Schlagzeug-Präsenz in variantenreichen Ausdrucksformen mixen sich mit den grandiosen Melodien zu einem feurigen Cocktail. Dieser ist zwar bei einem an Indie-Rock und Post-Hardcore geschulten Ohr keine Offenbarung, da das Zitat über der eigenen Essenz steht, doch seine dringliche wie auch melancholische Ausrichtung fesselt.

Das Riff-Gewitter in „Lake Lauer“ brennt sich genauso ein wie die teilweise schreienden Vocals, die deutlich machen: Zen Zebra und die Gesamtwirkung von „Awaystation“ profitieren deutlich davon, wenn es stimmlich härter zur Sache geht, doch das ist selten der Fall und die Punktlandung damit verschenkt. Kernige Ohrwürmer gibt es dennoch zuhauf und somit ist immerhin das gute Mittelfeld gesichert.

Anspieltipps:

  • The Hypnagogic State
  • Lake Lauer
  • Read Me To Sleep
  • Will

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