Billy Talent - Dead Silence - Cover
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Billy Talent Dead Silence


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Familienurlaub, Schreibblockaden und schwere Krankheiten sind überwunden. Die Totenstille im Lager von Billy Talent ist vorbei.

Schluss mit den Zahlenspielen! Nach „Billy Talent I – III” (2003-2009) und „666 Live“ (2007) erscheint nun, dem obligatorischen Dreijahresrhythmus folgend, das vierte Studioalbum der kanadischen Sensation in Sachen kommerzieller Rockmusik ohne den numerischen Wurmfortsatz der Vorgänger. Die Symbolik ist dennoch eindeutig. Denn mehr als drei Jahre ohne neue Songs können durchaus als Totenstille („Dead Silence“) empfunden werden.

„Dead Silence“ wurde hauptsächlich im heimischen Toronto aufgenommen und von Gitarrist Ian D’sa höchstselbst produziert, der als einziges Bandmitglied nach dem Ende der Welttournee zum „Billy Talent III“-Album keine Auszeit benötigte und sofort im Sommer 2010 mit dem Songschreiben für das vierte Werk durchstartete. Im Frühjahr 2011 waren die Demos für die Albumaufnahmen fertiggestellt, die bis Ende des Jahres in trockenen Tüchern sein sollten. Doch dann wurde bei einer ärztlichen Untersuchung festgestellt, dass Schlagzeuger Aaron Solowonikus (37) dringend eine neue Herzklappe benötigen würde. Da Solowonikus eh schon unter Multipler Sklerose leidet, war dies ein zusätzlicher Schock für die Band, der zudem dazu führte, dass der Zeitplan für die Veröffentlichung komplett durcheinander geriet.

Inzwischen geht es Aaron Solowonikus mit einer Eisenplatte in seiner Brust besser denn je und „Dead Silence“ kann in das Rennen um die vordersten Chartränge geschickt werden, auf denen es sich die Band in Kanada und Europa bis jetzt mit jedem neuen Longplayer gemütlich gemacht hat. Schließlich haben Billy Talent den Mainstream-Punk wie kaum eine andere Band in den letzten Jahren kultiviert und „Dead Silence“ bringt keine Anzeichen mit sich, dass sich dies ändern könnte. Denn schon mit dem an die späten Green Day gemahnenden Opener „Lonely road to absolution“ und der schmissigen ersten Single „Viking death march“ haben Billy Talent den Hörer schnell im Sack.

Mit 14 Tracks fahren Billy Talent vielleicht drei bis vier zu viel auf, um ein Album am Start zu haben, das qualitativ durchgängig am Gaspedal hängt. Trotzdem unterscheiden sich die Kanadier deutlich von Bands wie z.B. Royal Republic oder auch The Hives, denen auf ihren Alben grundsätzlich auf halber Strecke die Ideen auszugehen scheinen. Hier stechen Billy Talent in die Lücke und füllen diese mit abwechslungsreichen Arrangements, fetten Riffs und starken Melodien, die zwar keine Wunderdinge bewirken können und den Test der Zeit auch noch nicht bestanden haben, doch für den Augenblick ist „Dead Silence“ ein perfekt austariertes Mainstream-Rockalbum, das sich vor Nichts und Niemand verstecken braucht.

Anspieltipps:

  • Surprise surprise
  • Cure for the enemy
  • Viking death march
  • Hanging by a thread
  • Swallowed up by the ocean

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