Bob Dylan - Tempest - Cover
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Bob Dylan Tempest


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

A neverending Story! Bob Dylans 35. Studioalbum in 50 Jahren. Wie (fast) immer gewohnt gut.

50 Jahre nach seinem selbstbetitelten Debütalbum veröffentlicht die amerikanische Singer/Songwriter-Legende Bob Dylan (71) mit „Tempest” seinen 35. Studio-Longplayer, der bei seinen Fans die Frage aufwirft, ob der Altmeister seine Serie herausragender Werke der vergangenen Jahre, beginnend mit „Time Out Of Mind“ (1997) über „Love And Theft“ (2001) und „Modern Times” (2005) bis hin zu „Together Through Life“ (2009) auch mit diesem Album wird fortsetzen können.

Unterstützt von Scott Litt (R.E.M., Nirvana, Incubus) als Toningenieur trat Bob Dylan für „Tempest“ wiederum unter seinem Pseudonym Jack Frost als Produzent an und spielte zusammen mit seiner Tourband zehn klassische Singer/Songwriter-Tracks ein, die in der Summe sicher nicht zu seinen allerbesten Songs zählen, ihn aber dennoch als Geschichtenerzähler der besonderen Art zu erkennen geben und den Kultstatus des 71-Jährigen pflegen. So hat sich Bob Dylans Gesangsorgan im Laufe seiner Karriere vom begnadeten Nuscheln und Granteln zu einer bärbeißigen Reibeisenstimme entwickelt (man höre nur das geniale Gebell in „Pay in blood“), die den Songs in der Schnittmenge aus Folk, Country, Blues und Swing immer eine unnachahmliche Färbung verpassen.

„Tempest“ besitzt einen sehr speziellen Spannungsbogen. Denn es scheint so, als würde Dylan gezielt Stück für Stück auf das feudale Titelstück kurz vor Schluss des Albums hinarbeiten, das mit fast einer Viertelstunde Spielzeit zu Buche schlägt und sowohl inhaltlich, indem Dylan relativ frei die letzten Stunden auf der 1912 gesunkenen Titanic interpretiert (inklusive Leonardo DiCaprio als Zeichner), als auch musikalisch sehr weit ausholt (His Bobness gibt den Märchenonkel zu Schifferklavier und Violine).

Vorher spielt Bob Dylan relativ kompakte, gut abgehangene Storytellersongs, die latent das Damoklesschwert namens „Alterswerk“ beschwören, egal ob es sich um einen gemächlichen Countrysong („Soon after midnight“) oder einen treibenden Blues handelt („Narrow way“). Doch sei’s drum. Am Ende zählt eh nur, dass Dylan immer noch etwas zu sagen hat und dies in Musik verpacken kann, die weit über dem Durchschnitt agiert.

Anspieltipps:

  • Tempest
  • Pay in blood
  • Duquesne whistle
  • Soon after midnight

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