Fozzy - Sin And Bones - Cover
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Fozzy Sin And Bones


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„‚Sin And Bones‘ ist unser stärkstes Album.“ – Profi-Wrestler Chris Jericho belügt sich selbst.

Es gab eine Zeit, da zockten Fozzy Songs von Iron Maiden, Mötley Crüe, Judas Priest, Black Sabbath, Scorpions, Accept, Dio und Twisted Sister und konnten etwaige Mängel im Songwriting guten Gewissens auf die Urheber der jeweiligen Kompositionen schieben. Mit „All That Remains“ (01/2005) verzichteten Chris Jericho (Gesang), Stuck Mojo-Gitarrist Rich Ward, Bassist und Songschreiber Paul Di Leo (unter anderem für Nena, Billy Joel, Paul Simon oder Enrique Iglesias tätig), Billy Grey (Gitarre) und Frank Fontsere (Schlagzeug) auf diesen praktischen Vorteil und boten erstmals eigenes Material an, was auf dem Nachfolger „Chasing The Grail“ (04/2010) seine Fortsetzung fand.

Irgendwo im Fahrwasser von Wards Hauptband und 70er Jahre Hardrockkapellen wie Led Zeppelin, Deep Purple oder der einen oder anderen NWOBHM-Truppe mischen Fozzy ein eingängiges Gebräu, das nicht selten mit der Aggressivität einer Pantera-Platte mitten in die Magengrube tritt. Auf „Sin And Bones“ drückt der aus Atlanta, Georgia stammende Fünfer jedoch nicht nur aufs Gaspedal und prügelt die Eingeweide aus seinen Feinden („Blood happens“), sondern gefällt sich ebenfalls recht gut, wenn obligatorische, bisweilen etwas einschläfernde Halbballaden durch den Äther schallen („Inside my head“, „A passed life“) oder eine zünftige Hartwurst-Brettljause serviert wird, die man bereits tausend Mal zuvor konsumiert hat („Sandpaper“, „Sin and bones“, „Shine forever“).

Spannender und dicker tragen Fozzy mit dem von Streicher und zarten Pianoklängen umgebenen „Dark passenger“ auf, „She´s my addiction“ rumpelt in Lynyrd Skynyrd-Gewändern die Southern Rock-Schiene entlang und „Spider in my mouth“ donnert mit sattem Groove durch die Botanik, doch wirklich aufsehenerregend ist lediglich das fast 12 Minuten lange D-Day-Epos „Storm the beaches“, welches, wie schon das auf dem Vorgänger enthaltene „Wormwood“, mit erstaunlich gewandter Progressivität seine packend erzählte Geschichte entfaltet und ohne jegliche Gegenwehr den Höhepunkt von „Sin And Bones“ darstellt.

„Wir haben unseren harten, aber dennoch ultra-melodischen Stil, der sich zu Fozzys Trademark entwickelt hat, auf den nächsten Level gehoben. Ich garantiere, dass Euch die neuen Songs wegblasen werden!“ prophezeit Mister Jericho und liegt absolut daneben. Klar, wer sich nicht am Alternative/Hardrock/Heavy-Metal-Einerlei satt hören kann und alleine Wards vorzügliches Gitarrenspiel als Kaufgrund ansieht, wird die Scheibe in den Himmel loben. Wer jedoch gerne einen eigenständigen Sound aus seinen Boxen perlen lässt, der ähnlich „ultra-melodisch“ seine Kreise zieht, blickt am besten zu Black Stone Cherry oder, wenn es etwas abgedrehter und derber sein soll, greift zur letzten High On Fire namens „De Vermis Mysteriis“.

Anspieltipps:

  • Blood Happens
  • Storm The Beaches
  • She´s My Addiction
  • Spider In My Mouth

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