Monuments - Gnosis - Cover
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Monuments Gnosis


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Djent entwickelt sich zur Plage. Erstes Opfer: Monuments aus England.

Da ist Metalcore noch nicht einmal richtig ausgestorben, schon klettert mit Djent bereits die nächste Schublade im Heavy Metal an die Spitze der Trendsettercharts. Denn soweit das zarte Kritikerohr in den letzten Monaten reichen konnte, in mindestens 4 von 10 Fällen war im Pressetext entweder von eben jenem einzigartigen, onomatopoetischen Spielstil die Rede oder zumindest die Vorreiterbands wie Meshuggah, Tesseract oder Periphery wurden erwähnt. Bei den Frischlingen von Monuments und ihrem Debüt wird diese Regel natürlich auch angewandt, was die Herrschaften hinter „Gnosis“, ohne auch nur einen einzigen Ton vom Album gehört zu haben, bereits zu wackeligen Trittbrettfahrern abstempelt, die nicht nur der Djent-Strömung angehören wollen, sondern selbstverständlich voll und ganz in dessen Umfeld aufgewachsen sind.

Ja, Matt Rose (Gesang), John Browne (Gitarre), Olly Steele (Gitarre), Adam Swan (Bass) und Mike Malyan (Schlagzeug) wissen, wie der Hase läuft und worauf es den Fans bei einem astreinen Djent-Output ankommt. Da werden kaskadierende Rifftürme in schwindelerregende Höhen getrieben („Degenerate“), mit abwechselndem Klargesang und deftigem Postcore-Gebrüll die Nachbarn verschreckt („The uncollective“, „Blue sky thinking“, „Empty vessels make the most noise“), eine unbarmherzige, bitterböse Stimmung generiert („Regenerate“, „Admit defeat“) und die technischen Fingerfertigkeiten an Gitarre, Bass und Schlagzeug stets omnipräsent dem Hörer um die Ohren geschlagen (gilt für die ganze Platte). Problematisch ist nur, dass Monuments in ihrem Kosmos aus progressiven Treppenwitzen und kompromisslosem Zugehörigkeitsgedanken auf richtig gute Ideen verzichten und lediglich eine mühsame Djent-Struktur an die Nächste reihen.

Tracks wie „97% static“ oder „Denial“ werden in diesem Sinne bereits nach zwei Umdrehungen als nervig empfunden und die unablässige Prügelmechanik von Polyrhythmik und Hart/Zart-Spirale gibt dann nach einiger Zeit den übrigen Kompositionen den Rest. Übrig bleiben Hardcore-Fanservice der extremen Sorte und das erste Opfer des grassierenden Djent-Hypes. Es musste schließlich irgendwann einmal soweit kommen.

Anspieltipps:

  • Degenerate
  • The Uncollective

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