Conor Maynard - Contrast - Cover
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Conor Maynard Contrast


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der britische Justin Bieber mit seinem Debütalbum. Leider nicht der Rede wert.

Jetzt hat auch Großbritannien seinen kleinen Bibermann! Ähnlich wie der Kanadier Justin Bieber (18) veröffentlichte der 19jährige Conor Maynard aus dem englischen Seebad Brighton selbstgemachte YouTube-Videos, in denen er Songs von Usher, Drake oder den Kings Of Leon nachsang. Damit trat der Teenager eine Klicklawine im Internet los und startete einen Popularitätsfeldzug sondergleichen, der inzwischen auf über 90 Millionen YouTube-Views verweisen kann.

Bei solchen Zahlen wird natürlich jedes Label nervös und die altehrwürdige EMI in Form von Parlophone Records schnappte sich die Dienste des jungen Sängers, obwohl auch große US-Majorlabels hinter dem Engländer her waren. Doch Maynards Unterschrift beim heimischen Major änderte nichts daran, dass sein Erstlingswerk einen deutlichen US-Sound-Einschlag erhalten hat. Denn neben dem Londoner Songschreiber- und Produzententrio The Invisible Men (Olly Murs, Pixie Lott, Jessie J, Sugababes), sind es vor allem Frank Ocean, Midi Mafia, Ne-Yo, Stargate, Pharrell Williams sowie Crada, die die Songs und die Produktion von „Contrast“ prägen.

Obwohl Conor Maynard gerne in den R&B-Bereich einsortiert wird, ist „Contrast“ im Prinzip eine Spur zu poppig für diese Schublade ausgefallen. Ein bisschen darf deshalb gerätselt werden, ob dies an Conor Maynard, seinen Songschreibern oder der Direktive des Labels liegt, damit sowohl der US- als auch der europäische Markt abgedeckt wird. Auf jeden Fall wirkt es so, als würde es dem 19-Jährigen noch an Profil fehlen, um sich im umkämpften Mainstreammarkt zu positionieren – ganz im Gegensatz zum parallel gestarteten Frank Ocean.

Während dem Amerikaner auf „Channel Orange“ auf Anhieb ein eigener Stil gelingt und ein Konzept zu erkennen ist, macht „Contrast“ nur durch simple Popsongs mit Mini-R&B-Einschlag wie „Turn around“ oder „Lift off“ von sich reden. Dass Pharrell Williams oder auch Ne-Yo dabei als Duettpartner herhalten, ist getrost zu ignorieren. Ein Song wie „Can’t say no“ als Beispiel zeigt nämlich, dass dieser Sound spätestens seit Justin Timberlakes „Futuresex Lovesounds“-Album ein alter Hut ist. Und diese Platte hat bereits sechs Jahre auf dem Buckel!

Mit dem Schwung im Rücken, eine YouTube-Sensation zu sein, reicht das Potenzial der 12 Songs auf „Contrast“ sicher für zwei oder auch drei Singleauskopplungen, die sich in der britischen Heimat Maynards gut verkaufen und die Top 10 von oben anführen. Ohne Heimatbonus und YouTube-Irrsinn kann sich der hier dargebotene Durchschnitt dagegen kaum gegen die allwöchentliche Flut an neuen Alben behaupten.

Anspieltipps:

  • Animal
  • Lift off
  • Can’t say no

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