Mumford & Sons - Babel - Cover
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Mumford & Sons Babel


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album von Mumford & Sons hält dem Erwartungsdruck Stand!

Majorlabels würden vermutlich hohe Millionenbeträge dafür ausgeben, wenn sie Trends und Erfolge einfach voraussehen und planen könnten. Doch zum Glück funktioniert so etwas nicht so mir nichts, dir nichts, auch wenn Hypes grundsätzlich zu Tode geritten werden, bis der Zauber endgültig verflogen, das Publikum genervt und die Künstler verbrannt sind, nur um auch den allerletzten Dollar mitzunehmen. Doch Gott sei Dank gibt es immer wieder kleine Gallische Dörfer, aus denen wie aus dem Nichts neue Künstler auftauchen, die in den Marketingplänen der Majors nur eine Fußzeile einnehmen und ohne Vorwarnung kommerziell durch die Decke gehen. Dann stehen die Anzugträger ratlos da, verstehen die Welt nicht mehr, freuen sich aber über die eigenommene Kohle und beginnen sofort mit der Suche nach geklonten Trend-Abziehbildern.

Nach dem großen Erfolg der britischen Folkband Mumford & Sons wurde dieser immer wiederkehrende Ablauf ebenfalls erwartet. Das 2009er Longplay-Debüt „Sigh No More“ von Marcus Mumford, Ben Lovett, Winston Marshall und Ted Dwane alias Mumford & Sons erschien im Oktober 2009 und entwickelte sich schleichend über einen Zeitraum von zwei Jahren auf der ganzen Welt zu einem Verkaufsschlager und steht heute bei mehr als acht Millionen verkauften Einheiten. Doch anstatt ein neues Folk-Revival auszulösen, sind inzwischen drei Jahre nach der Veröffentlichung von „Sigh No More“ vergangen und Mumford & Sons genießen noch immer ein Alleinstellungsmerkmal im zeitgenössischen Folk-Genre.

Entsprechend hoch sind die Erwartungen des Publikums an das zweite Werk „Babel“, das wiederum zusammen mit Produzent Markus Dravs (Coldplay, Björk, Arcade Fire, James) entstanden ist und auf zahllosen Konzerten in den vergangenen zwei Jahren live angetestet wurde. Es ist anzunehmen, dass dieser publikumsnahe Feinschliff für die 12 „Babel“-Tracks der entscheidende Faktor war, um wieder direkt ins Herz des Hörers zu treffen. Denn auch heuer vereinen Mumford & Sons mitreißende Folk-Rocker („Babel“, „I will wait“) mit herzzerreißenden Balladen („Ghosts that we knew“, „Reminder“) und generell wunderbaren Melodien („Whispers in the dark“, „Lover of the light“), die von dem M&S-typischen Banjospiel angetrieben („Lovers‘eyes“) und von für Gänsehaut sorgenden Bläserparts abgerundet werden („Holland road“).

Dass es Mumford & Sons dabei über weite Strecken sehr ruhig angehen lassen und nur selten richtig dringlich agieren, wirkt sich überraschenderweise nicht negativ auf den Fluss des Albums aus. Es ist vielmehr etwas Majestätisches, das die vier Briten mit ihren kraftvollen, getragenen Songstrukturen verbreiten, womit sie auf angenehme Art an ihr Debütalbum anknüpfen, ohne dies zu kopieren oder mit Durchhängern zu enttäuschen.

Anspieltipps:

  • I will wait
  • Not with haste
  • Lover of the light
  • Whispers in the dark
  • Ghosts that we knew

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