Archive - With Us Until You´re Dead - Cover
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Archive With Us Until You´re Dead


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Freigeistig wie immer setzen Archive erneut ein tief greifendes Ausrufezeichen.

Seit 18 Jahren bewegt sich das britische Musiker-Kollektiv um die Köpfe Darius Keeler und Danny Griffiths in dem weiten Spannungsfeld aus TripHop, Progressive-Rock und einer kaum greif-, viel mehr fühlbaren Intensität atmosphärischer Dichte. Vor allem mit den Alben „You All Look The Same To Me“ (2002) sowie „Noise“ (2004) und dem sich stetig öffnenden Kosmos an beteiligten Künstlern wie Pollard Berrier, Dave Pen (Birdpen) und Maria Q erwiesen sich Archive als völlig eigenständige Formation, die geschmackssicher zwischen den Polen aus organischen und synthetischen Instrumenten hohe Wellen schlägt. So auch auf dem neunten Album „With Us Until You´re Dead“, wo mitunter verstörende Elemente das Zepter an sich reißen, doch am Ende erneut ein großes Werk der Briten mit dem Einstand von Holly Martin an den Vocals zu zwei Songs verquickt wird.

Während der Opener „Wiped Out“ beim ersten Hördurchgang noch ein verwirrendes Rhythmus-Monster mit zarten Breaks durch Piano und flächigem Synthesizer darstellt, zeigen sich auch seine melodischen Vorzüge bei kommenden Durchläufen. Fließend geht es ins TripHop-beladene „Interlace“ und danach zum ersten richtigen Höhepunkt „Stick Me In My Heart“. Pollard Berriers Gesang zelebriert dabei gleichermaßen sehnsuchtsvolle Weite, pochenden Schmerz und Erlösung. Aus der zurückhaltenden Piano-Melodie schälen sich tribal-artige Percussions und schließlich ein sich steigernder Antrieb, der in „Conflict“ hineinreicht, um mit seinem wirbelnden Schlagwerk eine schier wahnsinnig machende Dunkelheit zu etablieren.

Pures Charisma aus Trotz und feuriger Opulenz umgarnt den ersten Beitrag von Holly Martin im Archive-Gefüge und gibt „Violently“ noch mehr Energie, als es ohnehin schon die lärmenden Industrial-Beats und reduzierten Auflockerungen tun. Über das orchestrale Interlude „Calm Now“ bewegt sich „With Us Until You´re Dead“ in seine zweite Hälfte, in der die dunkle, industrielle Stimmung beibehalten wird, sich dennoch die Harmonien ihren Raum nehmen. Sei es durch die sanft berührenden Vocals von Maria Q bei „Silent“, Synthesizer-Wohlklang oder ummantelnde Streicher: Archive vollziehen eine Gratwanderung zwischen maschineller Kälte und wohliger Intensität, so dass sie ihre Ausnahmestellung auch im Jahr 2012 beibehalten.

Anspieltipps:

  • Stick Me In My Heart
  • Conflict
  • Violently
  • Damage

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