Two Gallants - Bloom And The Blight - Cover
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Two Gallants Bloom And The Blight


  • Label: Fargo Records/INDIGO
  • Laufzeit: 32 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Comeback der Two Gallants ist das Beste seit ihrem „What The Toll Tells“-Album.

Da leiden sie wieder. Adam Stephens und Tyson Vogel haben ungefähr fünf Jahre nichts von sich Hören lassen, außer dem Burn Out-Statement auf ihrer Webseite. Jetzt krächzen, krachen, bluesen und folken die beiden Kalifornien wieder, die zusammen mit Label-Vorsteher Conor Oberst, aka Bright Eyes, und The Faint einst die Speerspitze des vor einer Dekade so gehypten Saddle Creek-Labels bildeten.

Das Label ist ein anderes, die Zeiten auch, und nicht nur deshalb fühlt sich der Konsum von „The Bloom And The Blight“ nicht nach gestrigem Genuss an. Vor allem weil Stephens, dem in der Zwischenzeit nicht ganz zu Unrecht wenig Erfolg mit seinem Soloalbum beschieden blieb, und Vogel mit einer ungestümen Portion Rock-Druck zu überrumpeln wissen.

Überwogen bei früheren Veröffentlichungen die folkigen, leisen Töne, übernehmen nun Fuzz-Pedal und die Verstärkerverzerrung ein Gros der Gitarrenarbeit, während Vogel dazu bisweilen auf sein Schlagwerk eindrischt als wäre er Drummer von Rage Against The Machine.

Der melancholische, dennoch unerbittliche Überfall auf „Halcyon Days“ ist ein echter Wegweiser, die Two Gallants sind hier ganz Rock- nicht mehr Folk-Band. Natürlich ist das Fingerpicking aus der Songstruktur nicht verschwunden, wohl aber einer Anteilsverschiebung gewichen.

Genau genommen der gesamte erste Teil des Albums überzeugt und überrascht mit grober, eruptiver Ventilierung aller Arten von Leid, neben dem Opener kreieren „Song Of Songs“, „My Love Won’t Wait“ und „Ride Away“ einen regelrechten Gefühlssturm. Womit nicht unbedingt zu rechnen war bei einer Band, bei der keiner wusste ob sie sich nur vergessen hat aufzulösen oder ob da tatsächlich Neues kommen würde. Es wird ruhiger und andächtiger im weiteren Verlauf, leider auch ein bisschen weniger zwingend. Dennoch: Das Comeback der Two Gallants ist das Beste seit ihrem Saddle-Creek-Kracher „What The Toll Tells“.

Anspieltipps:

  • Halcyon Days
  • Song Of Songs
  • My Love Wonˈt Wait
  • Broken Eyes
  • Ride Away

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