Erol Alkan - Another Bugged Out Mix - Cover
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Erol Alkan Another Bugged Out Mix


  • Label: K7 Records/ALIVE
  • Laufzeit: 152 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Erol Alkan will mit „Another Bugged Out Mix“ alle glücklich machen und hofft, dass am Ende nicht alle leer ausgehen.

Als wäre es nicht so schon undankbar genug über Musik zu schreiben die eigentlich für die Clubs gemacht wird, bringt Erol Alkan gleich ein Doppelalbum heraus. Als wäre es nicht schon schwer genug, die eher auf Flow ausgerichteten Platten in ihre Einzelteile zu zerlegen, gibt der Engländer dem Hörer mit gut zweieinhalb Stunden voll auf die Ohren. Bevor die Verzweiflung auf Seiten eines Rezensenten jedoch zu groß wird, stellt sich heraus, dass Alkan auf Nummer sicher geht und alle glücklich machen will. Während CD1 „Bugged Out“ für Club-Gänger sein soll, ist „Bugged In“ fürs bequeme zu Hause bleiben gedacht.

„Bugged Out“ überrascht im ersten Moment durch seine schiere Größe. Bis zur letzten Sekunde vollgepackt und mit 21 Interpreten auch in der Breite ordentlich bestückt, rattert Alkan einen echten Musikmarathon herunter. Da wird alles brav in eine Form geklopft ohne dass die Tracks ihre ursprünglichen Noten verlieren. Dass ein und derselbe DJ seine Finger bei der Bearbeitung in die Suppe gesteckt hat, wird jedoch genauso deutlich und die Mission „Bugged Out“ gelingt auch deswegen auf ganzer Linie. Druckvoll, entspannt und gegen Ende fast schon aufdringlich behält Erol Alkan einen tollen Flow bei, der die knapp 80 Minuten auf CD1 ohne lange Zwischenparts über die Bühne bringt. Tanzbar, schlicht und unglaublich abwechslungsreich macht Teil 1 der Out/In-Compilation ordentlich Spaß.

Wie versprochen ist „Bugged In“ auf ein ganz anderes Publikum zugeschnitten. Jazz, Pop und Funk werden hier plötzlich viel dezenter bearbeitet und sorgen für 80s-Radiostimmung sorgt und schließlich in „Queen Matilda“ und Mun Ja Mun“ in Indie-Pop abdriftet. Und gerade hat man sich an den Mix aus Pop und Soul gewöhnt, klatscht Alkan seine Heim-Electro-Auswahl in die unvorbereiteten Gehörgänge und erinnert stark an Teil 1. Auch wenn die Tracks weiterhin auch alleine für Elektrofreunde zünden werden, geht der gegensätzliche Geist ab „Badminton Bay“ völlig verloren. Erst gegen Ende macht Erol den Rückzieher vom Rückzieher, was noch inkonsequenter und nicht schlüssig wirkt und den Hörer halbgare Programmmusik fühlen lässt.

Kann das schon beschreiben, was in 152 Minuten alles passiert? Natürlich nicht. Man müsste über die nervige „Major Tom“-Adaption sprechen, die gewollt Retro aus den Boxen wabert und die vielen Genres, die auf CD1 angeschnitten werden, doch am Ende geht der Geist der Musik unter all der Musik verloren. Ungefähr so wie die Richtlinien auf CD2, die das Heimerlebnis auch nur noch nach Hausparty klingen lassen, die bei weitem nicht so gut strukturiert ist wie CD1. Bis auf einige Perlen sollte man also „Bugged Out“ klar vorziehen und mit den richtigen Gästen das Wohnzimmer zum Beben bringen, anstatt eine hippe Hipster-Party zu veranstalten, die zu kultiviert ist, um sich zu verkatern.

Anspieltipps:

  • To Our Disco Friends
  • Sensation
  • Gridlock

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